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Shrek the Third

SHREK THE THIRD

(Shrek der Dritte)

Shrek the Third

USA 2007, 93 min, FSK: 0

Regie: Chris Miller, Raman Hui

Stimmen: Mike Myers/Sascha Hehn (Shrek), Eddie Murphy/Dennis Schmidt-Foss (Esel), Cameron Diaz/Esther Schweins (Prinzessin Fiona), Antonio Banderas/Benno Fürmann (der gestiefelte Kater), Rupert Everett/Thomas Vogt (Prinz Charming), Justin Timberlake/Robin Kahnmeyer (Arthus) etc.


Nachdem ich den ersten Teil zwar ganz lustig, aber nicht überragend fand (trotz Oscar und so), hat es sich irgendwie nie ergeben, dass ich den zweiten gesehen habe. Hinderte meine Familie natürlich nicht daran, mich in den aktuellen Vertreter der erfolgreichen Kinoserie zu schleppen, und hier sind wir nun. Wobei sich die Story auch mit lückenhaften Vorkenntnissen nachvollziehen lässt:

Der König von Weit Weit Weg liegt auf dem Krankenbett und es liegt an Shrek, ihn zu ersetzen, was für den Ogre aber alles andere als ein Honigschlecken ist: Sich jeden Tag bis zur Unkenntlichkeit auftakeln und Regierungsgeschäfte führen? Dann schon lieber faul im Sumpf liegen, wo’s schön stinkt und man sich jederzeit am Hintern kratzen darf. Dementsprechend entgeistert ist Shrek, als der König schlussendlich stirbt und er endgültig sein Nachfolger werden soll.

Also macht er sich zusammen mit dem Esel und dem gestiefelten Kater auf die Socken, um Fionas Neffen Arthus, den einzigen sonst in Frage kommenden Erben, aufzuspüren, und die ganze Verantwortung auf diesen abzuschieben. Doch diese Mission ist nicht das Einzige, was Shrek Kopfzerbrechen bereitet: Kurz vor der Abreise teilt Fiona ihm mit, dass sie schwanger ist…

Inzwischen ziehen dunkle Wolken am Horizont auf: Prinz Charming schafft es, alle bösen Märchenfiguren von Captain Hook bis zum Zyklopen hinter sich zu versammeln und so eine Streitmacht aufzubauen, mit der er Weit Weit Weg überfällt und dort die Macht an sich reisst. Können Shrek und Fiona das Märchenreich von seinen gierigen Griffeln befreien?


Alle Achtung, die Möglichkeiten der Animationskünstler hat sich seit dem ersten Teil noch ein schönes Stück weiterentwickelt: Einzelne Charaktere, Tiere oder Landschaften sind fast schon photorealistisch und es ist teils echt verblüffend, was man heutzutage so alles im Computer rendern kann. Ganz grosses Tennis. Andererseits wirken Bewegungen vor allem der menschlichen Figuren teils immer noch irgendwie steif und wollen nicht so recht überzeugen. Aber das sind Details.

In Sachen Humor ist die Trefferquote recht hoch, aber neben umwerfend komischen Ideen wie der mittelalterlichen Schule, dem Körperwechsel vom Esel und dem gestiefelten Kater (den ein verstreuter Merlin zu verantworten hat) oder der Alptraumsequenz Shreks, in der sich seine Ängste bezüglich des Vaterseins manifestieren, gibt es auch eher lasche Gags wie Shreks Tarnung als verwöhnter Bühnenstar. Natürlich bewegt sich auch alles in familienfreundlichem Rahmen und darf nicht allzu bös werden, so richtig schallend lachen konnte zumindest ich nie. Dass einige Witze eher vorhersehbar sind, möchte ich dem Film allerdings nicht unbedingt vorwerfen, der leider viel zu kurze Auftritt des Froschkönigs beispielsweise ist trotzdem grandios. Auch die eher simple Story, die sich nach bekannten Mustern entwickelt, ist im Rahmen einer Komödie entschuldbar. (Die Wende im Konflikt zwischen den guten und den bösen Märchenfiguren kommt dann allerdings doch eine Spur zu plötzlich und unglaubwürdig daher.)

Was einem auch etwas die Freude am Film trüben kann, ist der manchmal etwas penetrant hochgehaltene moralische Zeigefinger: Neben Familienwerten werden auch Pflichterfüllung und Individualität angesichts der Erwartungen anderer verhandelt, wobei „ernsthafte Gespräche“ und eine feierlich vorgetragene Moral von der Geschichte nicht fehlen dürfen. (Ironischerweise läuft das Ende der Story der Botschaft dann doch ein wenig zuwider.) Dass der Film dabei stückweise arg süsslich geraten ist, liess sich wohl nicht verhindern und verlangt vom Zuschauer eine gewisse Zucker-Toleranz.

Ein paar Popsongs und Verballhornungen von bekannten Liedern lockern den Soundtrack auf, wobei ich mich immer noch frage, wieso die Beerdigung des Königs ausgerechnet mit „Live and Let Die“ unterlegt wird. (Oder ist mir da was entgangen?) Wenn wir schon beim Ton sind: Die deutschen Sprecher machen ihre Sache gut, bloss Esther Schweins als Fiona finde ich etwas zu „weich“. Die Originalfassung würde mich aber allein schon wegen Eric Idles Rolle als Merlin interessieren.

Fazit: „Shrek der Dritte“ ist kein zum Dauer-Schenkelklopfen animierender Lachschlager, weil etwas allzu harmlos und kitschig, aber unterhält ganz gut. Und animiert ist der Streifen grossartig. Man muss ihn nicht unbedingt im Kino gesehen haben, aber für einen gemütlichen Videoabend Zuhause ist er mit Sicherheit geeignet. Sechs von zehn Kotzmonstern.

(c) 2008 Gregor Schenker (manhunter)