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Invasion of the Body Snatchers INVASION OF THE BODY SNATCHERS Deutscher Titel: Die Dämonischen USA 1956, 80 min Regie: Don Siegel Darsteller: Kevin McCarthy (Dr. Bennell), Dana Wynter (Becky Driscoll), Larry Gates (Dr. Dan Kauffman), King Donovan (Jack Belicec), Carolyn Jones (Theodora Belicec), Jean Willes (Nurse Sally Withers), Ralph Dumke (Police Chief Nick Grivett) Abt.: Die Rezi, die mich seinerzeit im Forum zu Everybody's Darling machte...
In meiner Eigenschaft als Filmnarr würde ich mich unverblümt als „ewiger Horrorfilmfan" bezeichnen. Nichts ist schöner, als eine oder ein paar arme Teufel durch Häuser voller unruhiger Seelen wandeln, Journalistinnen 7-Tage-Ablebens-Countdowns durchleben oder Versicherungsagenten gegen die „Fiktionen" eines Horrorautors irren zu sehen. Wenn dann dabei das Wesentliche nur aus schwarzen Silhouetten im Nebel, Stimmen aus dem Nichts, nebelhafte Gestalten oder aufgemalten Wunden besteht, womit der wahrhafte Grusel sich rein im Kopf des Zuschauers abspielt, ist für mich der Höhepunkt der Filmkunst erreicht. Heimgesucht wird dieses Genre („Heimgesucht", welch passender Ausdruck… aber egal) dann natürlich auch von den sogenannten „Kultfilmen", die man „gesehen haben muss", die das „Genre definiert haben"… und die sich nicht selten als höherer Schwachsinn entpuppen. Meine persönliche Nemesis Nummer 1 ist dabei George A. Romeros Zombie-Splatter-„Kultfilm" The Night Of The Living Dead. Ich kann mich nur an einen Film entsinnen, der eine ähnliche Anhäufung an Plotholes und Dummheit aufzuweisen hat: Don Siegels „ewiger Genreklassiker" Die Dämonischen (Invasion Of The Body Snatchers). Der ganze Schmonzes beginnt damit, dass der Arzt Miles J. Bennell, seines Zeichens neuer Einwohner eines Nervensanatoriums (sprich: Irrenanstalt) sich entsinnt, wie alles begann (Ein Flashback-Movie? Damit hat ein Film ohnehin meistens verloren): Er wurde von einem Ärztekongress geholt, da sich die Krankheitsfälle verXfachten. Dass bei seiner Ankunft alles wieder vorbei ist, stört diesen Mann wenig. Doch im Laufe des Plots wird sich noch herausstellen, welch grandioser Antiarzt Bennell ist. Gut, die Ersten behaupten, einige seien nicht die, die sie zu sein scheinen. Okay, Check, Plot geht los. Jetzt aber folgt die Szene, die erst am Ende getoppt werden sollte: Anruf Jack Belicec, in seinem Keller liegt auf einem Billardtisch eine Leiche rum. Wie kommt die dorthin? Das ist eine Frage, die sich der Zuschauer stellt… und NUR der Zuschauer. Dr. Bennell ist zunächst mal damit beschäftigt, Fingerabdrücke zu nehmen, um festzustellen, dass die mysteriöse Leiche (deren Gesicht übrigens „unfertig" wirkt, aber nicht, dass unseren Medizinmann das stört… ich weiß ja, warum ich eine ÄrztIN habe) keine hat. Ob diesen Fakts (bei dem ich als medizinischer Volldepp die Wände hochgehen würde) gibt Dr. Bennell den guten Rat, die Leiche zu beobachten (Argl… auch wenn ich jetzt unser aller Lieblingsdoc zitiere: Ikea, bitte einen neuen Tisch, ich habe gerade die Tischplatte zerbissen !!!) und verzieht sich in leichenlosere Gefilde, während man sich gemütlich vor dem Billardtisch ein paar Drinks mixt. Heureka, und ich hielt Battlefield Earth für den Gipfel der Dummheit… Nachdem sich die Leiche unbemerkt aus dem Staube gemacht hat, kommt es, dass die Anzahl der „Der ist nicht der" – Gläubigen in den Himmel schießt, und schon werden wir auch der Ursachen gewahr: Doktorchen und Jack Belicec (kann der Vogel nicht einfach „Johnson" heißen?) finden aufplatzende Schoten im Gewächshaus. Das kann nur eines bedeuten: Aus diesen Schoten wachsen die Doppelgänger, die die Stadt überfluten. Aber für dieses Problem hat Gott ja die Mistgabel erschaffen, und schon sind die Schoten eliminiert… und gleichzeitig auch die innere Logik dieses … ich nenn's jetzt mal „Filmes". Denn, wir kehren zurück zu unserer Leiche am Billardtisch: Wenn dies der Doppelgänger Jack Belicecs (ich hasse diesen Namen) werden sollte, wo ist dann die dazugehörige Schote? Doch die Story um die mysteriösen Schoten soll am Ende dieses Kauderwelschs erst so richtig in die Hose gehen. Gut, überspringen wir die nächsten Minuten der Paranoia, des „Wir verschiffen unsere bösen Schoten mittels Heereslaster in die gesamten USA" – Szene und der „Wir dürfen nicht schlafen, dann werden wir nicht ausgetauscht" – Erkenntnis und springen zum Ende: Dr. Bennell und seine Herzdame Becky haben die Stadt verlassen (wahrscheinlich sein einzig logischer Entschluss im gesamten Film) und verschanzen sich in einer Höhle. Becky kann nun nicht mehr anders, als wegzuratzen… und wacht als böse Außerirdische wieder auf. Ähm, also, äh… WAS !?!?!? Weit und breit keine Schote, was zum Geier passiert jetzt hier eigentlich? Werden die Menschen ausgetauscht? Woher kam ihr Doppelgänger, der doch offenbar tagelang in einer Schote in direkter Nähe des Opfers reifen musste? Werden die Opfer geistig versklavt? Wozu dann die Schoten und die darin entstehenden Doppelgänger? Sollte irgendjemand dieses sinnlose Kauderwelsch kapiert haben, so möge er sich bitte bei mir melden. Jedenfalls findet sich Dokter B. am Ende zunächst mitten auf der Autobahn, auf der man ihm komischerweise nicht zuhört („Ihr seid in Gefahr !!! Seht Ihr das nicht ein ??? Ihr seid die Nächsten !!!") und danach in der Klinik, in der man erst hellhörig wird, als ein Auto mit überdimensionalen Schoten (ahja, da sind sie ja wieder, die Dinger, die Beckys Wandlung in der Höhle komplett ad absurdum führen) eine Havarie (=Unfall, für alle Nicht-Österreicher) baut. Die Dämonischen ist der lebende Beweis, dass nur eine gelungene paranoid-unheimliche Atmosphäre, die Siegels Film definitiv HAT, nicht reicht, um als „guter Horrorfilm" durchzugehen. Die Plotholes und Widersprüche sind einfach unzählig, in jeder zweiten Szene muss sich jeder Zuschauer, der über mehr IQ als der durchschnittliche Wandschrank verfügt, die Hände über den Kopf zusammenschlagen, womit der gesamte Reiz beim Leibhaftigen ist. Am Besten haben es wohl die Autoren des Buches Die 100 besten Kultfilme, die für Don Siegels „Meisterwerk" auch nur beißenden Spott übrig haben, ausgedrückt, indem sie den Film als „Interesting Failure" bezeichnen (Die Frage, warum der Film dann in einem Buch mit dem Titel Die 100 BESTEN Kultfilme auftaucht, können wohl nur Hahn und Jansen beantworten). Dass in diesem Film der McCarthy-Ära die „bösen Schoten" nur eine Art „außerirdischer Kommunismus" dargestellt werden soll, ist eine Tatsache, die schon von zahlloseren Reviewern totgeritten wurde, weshalb ich mich zu diesem Thema nur mit einem dezenten „Ja, stimmt, merkt man." äußern und noch mit ein paar letzte Worten über die Synchronisierung abschießen will: Ob alle der himmelschreienden Dialoge auf dem Original beruhen, kann ich leider nicht sagen, aber man hat sich definitiv nicht entblödet, die NAMEN der Figuren einzudeutschen: Dr. Miles Bennell heißt da auf einmal Peter (ausgesprochen: PETER), und Onkel Ike wird zu Onkel ANTON. Warum ausgerechnet Jack Belicec seinen Namen behalten durfte, bleibt ein Geheimnis der Synchronisierer. Den Vogel hat man aber mit Becky Driscoll abgeschossen: Diese Frau heißt in der Synchro-Fassung plötzlich MARY !!! Nicht das es bei diesem Stumpfsinnsmachwerk weiter ins Gewicht fallen würde, aber was will man uns damit sagen? Vielleicht: „Der Film ist sowieso schon so schlecht, da können wir uns mal so richtig austoben." Fazit: Wenn alle Horrorfilme so schlecht wie dieser und noch ein paar andere Filme wären, die das Genre angeblich „definiert" haben, hätte ich mit Sicherheit nach dem zweiten Erguss beschlossen, diesem himmelschreienden Schwachsinn keine Sekunde meines Lebens mehr zu widmen. Gottlob kamen aber Regisseure und Autoren nach, die es besser konnten. (c) 2008 Poes Rabe
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