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Hundra HUNDRA Deutscher Titel: Hundra Hundra USA/Spanien 1983 - 90 min - FSK: 12 Shortcuts: Credits Besetzung: - Hundra (Laurene Landon)
- Nepakin (John Ghaffari)
- Trakima (Maria Casal)
- Pateray (Ramiro Oliveros)
- Mothrar (Luis Lorenzo)
- Chrysula (Tamara)
- Landratsa (Victor Gans)
- Shandrou (Cristina Torres)
- Hundras Mutter (Bettina Brenner)
- Torente (Fernando Bilbao)
Crew: - Regie Matt Cimber
- Drehbuch John Goff, Matt Cimber
- Kamera John Cabrera
- Schnitt Claudio Cutry
- Musik Ennio Morricone
- Production Design N.A.
- Spezialeffekte N.A.
- Produzent John Ghaffari
- ausführender Produzent Jose Truchado, Eric Bruckner
- Produktion N.A.
Vorwort Wie findet man eigentlich einen vielversprechenden Trashfilm? Es ist ja nicht gerade so, dass der Schotterfilm von Welt diese Tatsache auf dem Cover annonciert (abgesehen mal vielleicht von Something-Weird-Releases, aber die kann man ja eh blind kaufen). Selbst X-Rated und Marketing tun ja so, als wären die von ihnen veröffentlichten Streifen irgendwie echt bedeutungsvolle, lediglich von der breiten Masse sträflich übergangene Top-Filme (natürlich kann man bei diesen Labeln auch davon ausgehen, dass sie nicht gerade Mainstreamkrempel bringen, obwohl Marketing ja in diese Richtung tendiert). Schlimmer ist es bei Filmen, die von Vereinigungen wie Madison, M.O.V.M. oder Best auf den Markt geschmissen werden. Kennen tut man die wenigsten und es besteht immer eine Riesenchance, dass man anstelle eines zünftigen Trashkloppers einen langweiligen Fernsehfilm oder ähnlichen Krempel auf dem Datenträger vorfindet. Das kann zum echten Problem ausarten, wenn man eines Tages vorm Grabbeltisch bei Karstadt steht, im festen Willen satte zehn Euro sinnlos zu verjuxen und aus den zwölf-fünfzehn Titeln, die man in halbstündiger Vorauswahl schon mal beiseite gelegt hat, die zwei oder drei destillieren muss, die man nun wirklich mitnehmen will. Perfekt wäre jetzt natürlich ein Schlepptop mit Wireless LAN und das rasche Überprüfen einschlägiger Badmovie-Sites (es gibt ja noch ein oder zwei andere ganz nette, hüstel). Hat man aber, wie’s halt so ist, just an dem Tag nicht dabei (schön wär’s ja, wenn ich so was hätte...), die Computerabteilung von Karstadt will auch gerade keinen verleihen, und die Leute, mit denen man shopped, beginnen einen langsam unwirsch-ungeduldig anzuschauen. Da trifft es sich dann günstig, wenn man sich an einen Freund erinnert (“ein Freuuuund, ein guter Freuuuund, das ist das schönste, was es gibt auf der Welt...” schmetter-sing), der einem ein paar Tage vorher von SEINEM Einkaufsbummel bei Karstadt und seiner Investition in Hundra erzählt hat. Soll übel sein, soll sogar ganz übel sein. Okay, das prüfen wir nach. Und so durfte Hundra mit mir nach Hause gehen. Und was war jetzt eigentlich der, ähem, Punkt, den ich mit dieser langweiligen Geschichte machen wollte? Trashfilme brauchen Mundpropaganda - es geht nichts über die Bekanntschaft von Gleichgesinnten, die ihre Erkenntnisse teilen (und deswegen sind wir ja letztendlich hier. Boy, war das umständlich). Hundra ist weder ein Film über einen ägyptischen Köter namens “Ra” (haha, billiger Kalauer, außerdem wäre das wohl eher “Katzra”, noch billigerer Kalauer hinterher) noch ein Dokumentarfilm über einen hundertjährigen Schweden (jetzt werde ich echt albern), sondern, wie wir schon dem schäbigen Cover der deutschen DVD, von dem ich prompt keinen Scan im Netz gefunden habe, ein ausgesprochen billiger spanischer Beitrag zur von Conan losgetretenen Fantasywelle der 80er Jahre, erdacht und inszeniert von einem gewissen Matt Cimber, der, und da schließen sich mal wieder ein paar Kreise, der damals ziemlich abgetakelten Jayne Mansfield eine Chance gab, sich in einem Independent-Drama schauspielerische Sporen zu verdienen (allerdings hatte die Mansfield vor Fertigstellung des Werks ihre fatale Begegnung mit einer Bahnschranke o.ä., siehe The_Wild_Wild_World_of_Jayne_Mansfield). Schon mal interessant, dass sich Mr. Cimbers Karriere von “ambitionierter Independent-Autorenfilmer” zu “in Spanien Low-Budget-Genre-Grütze-Filmer” entwickelte. Das kann ja heiter werden. Inhalt Verdammt, scheint’ne komplexe Story zu werden, denn wir brauchen eine Erzählern - die berichtet uns in geschraubt-gedrechselten Worten, wie sei einem epischen Spektakel wie diesem schon brauchen, davon, und ich kürze das gleich mal ab, dass sich ein Stamm von Frauen gebildet hat, die sich der Unterjochung durch die bösen schwanzgesteuerten Kerle entzogen haben und im Wald (Frauen in freier Natur? Und überleben? Hach, und das soll ich glauben... Da gibt’s doch Getier und keine Klos!) niedergelassen haben, ume in Leben in Frieden, Freiheit & Sozialismus zu führen (na ja, so ungefähr jedenfalls). In dieser Welt sind Männer nämlich noch Echte KerleTM und betrachten die holde Weiblichkeit als persönliche Fußabtreter und Objekte, um gelegentlich den Drüsenstau abzuventilieren (wie’s sich also gehört, hämpt-hämpt. Ich will auch endlich Fanpost von Alice Schwarzer!). Intelligenten Menschen (d.h. Männern wie uns, hähä) fällt natürlich sicherlich sofort der Denkfehler an einer reinen Frauen-WG af. Irgendwie muss frau sich vermehren und, verdammich noch eins, ganz ohne Kerle läuft das halt rein technisch nicht (hat der Herrgott gut eingerichtet). Wenn eine der Amazonen also gebärfreudig ist, muss sie sich einen Männe suchen und sich von ihm besteigen lassen. Kommt dabei ein Mädchen raus, isses gut, ein Junge hingegen hat Pech gehabt, der wird ausgesetzt (und vermutlich Futter für herumstromernde wilde Tiere. Ja, diese Amazonen wachsen mir sehr ans Herz. Vor allen Dingen deswegen, weil die Mädel vermutlich die Guten TM sein sollen. Gerade mal wieder hat eins der Amazonenschnepfchen (die durch die Bank aber eher, hm, unattraktiv aussehen. Kann es sein, dass die schlicht und ergreifend keiner haben will?) geworfen, aber nur einen Schniedelträger erzeugt, was von der neugierig herumstehenden Frauschaft mit geringschätzigen Enttäuschungsfloskeln (so ungefähr, als wenn in der Geburtstagskarte statt des erhofften 100-Euro-Scheins nur ein Coupon für eine Gratisenthaarung o.ä. liegt) quittiert. Die beste und tapferste Kriegerin des Stammes, Hundra (ha, welch Überraschung) interessiert sich für die Niederkunft ihrer Kollegin überhaupt nicht, sie will lieber mit ihrem Hund “Panther” (Äh. Einen Hund nach einer Raubkatze zu benennen, ist doch eher doof, oder? Seien wir aber fair: Im Original heißt der Hund “Beast”. Ist auch nicht viel besser, aber weniger kätzisch), nach Hundras Meinung ein Feigling und das deswegen, weil er männlich ist (dass das Vieh dann überhaupt geduldet wird? Inkonsequent, diese Emanzentruppe) jagen gehen. Das bringt ihr einen Rüffel von der Dorfvorsteherin (oder was weiß ich, wer die Schrumpel ist, die ihr da Vorhaltungen macht. Und “Dorf” bitte ich angesichts einiger “Zelte”, in die sich kein mongolischer Kuhhirte legen würde, äußerst metaphorisch zu verstehen. Nachtrag: Aha, das ist ihre Mutter. Lernt man auch erst aus dem Nachspann) ein, denn der Stamm braucht Nachwuchs und dass Hundra sich aus dem ganzen Kram mit Sex und Schwangerschaft vornehm raushält, sorgt für ein wenig Unmut. “Du bist die einzige, die noch keinen Nachwuchs gebracht hat”, wird Hundra angekeift. Hundra ist das wurscht - sie überlässt die Gebärerei lieber ihrer kleinen Schwester (die ist auch sicher schon fuffzehn). Soll die halt zwei Kinder machen. “Ich lieber ein Pferd zwischen den Schenkeln als einen Mann, das bereitet mir wenigstens Vergnügen, nicht Schmerz!”, schwadroniert Hundra (Pferdeliebhaberin also, tsk-tsk. Claudia hat jetzt ein Pferd, mit dem sie ziemlich oft verkehrt... summ-sing). Hundra - grimmige Entschlossenheit ist ihr zweiter Vorname... “Wir fühlten uns sicher mit einer Kriegerin wie Hundra”, salbadert die Erzählerin. Tja, wenn die Sicherheit aber alleinig von den kämpferischen Fähigkeiten EINER Person abhängt, dann sollte man vermutlich dafür sorgen, dass die nicht alle Nase lang zu einem längeren Jagdausflug aufbricht und die Gemeinschaft ungeschützt zurücklässt. So nämlich passiert genau das, was ich als Feind der Emanzenkommune auch machen würde. Kaum ist Hundra vom Acker geritten, bricht die Horde übelaussehender (und vermutlich auch -riechender) barbarischer Sackträger aus den umgebenden Gebüschen, um den renitenten Weibern Mores zu lehren. Dies tun sie zu enorm dramatisch-epischer Schlachtenmusik, die in Helms Klamm nicht angebrachter hätte vom Band kommen können und, zwecks Steigerung der dramaturgischen Wirkung, in Superzeitlupe. Selbige bezieht sich auch auf die Dialogspur, also growlen und schreien die schwert-, morgenstern- und was-sonst-noch-an-mittelalterlichen-Waffen-in-der-Requisitenkammre-gefunden-wurde-schwingenden Kerle eindrucksvoll animalisch in Zeeeeeeiiiiiiitluuuuuuupeeeeeee (mir dünkt, damit beabsichtigt der Film, eine Aussage tätigen zu wollen). Die angreifenden Kerle killen und metzeln vor sich hin (da offensichtlich bis auf zwei-drei Ausnahmen vom Weibsvolk wirklich keine einen Plan zu haben scheint, was man in einer solchen Situation tun sollte, also entweder sich verteidigen oder die Beine in die Hand nehmen und abhauen, sondern nur hysterisch sinnlos durch die Gegend gerannt wird, ist das nicht sonderlich schwer für die Herren der Schöpfung), die couragierteren Frauenzimmer verwickeln die Männer in wenig eindrucksvolle Schwert- (das “wenig eindrucksvoll” liegt u.a. daran, dass die Frauen ihn, eh, ihre Schwerter, nicht richtig hochbekommen. Scheinen zumindest vom Gewicht her “echte” Schwerter zu sein. Und ja, ich zahl in die Wortspielkasse) und Schlammringkämpfe (und Tierfreunde sollten nicht hinsehen, wenn Pferden recht massiv aussehende Holzstangen gegen die Beine gedroschen werden). Hundras kleine Schwester verteidigt sich mit Zähnen und Klauen, wird aber von einem der Barbaren auf sein Pferd gepackt, doch sie entwindet sich, wird aber in einem Flußbett gestellt, und, weil ein Flußbett nun mal auch ein Bett ist, an Ort und Stelle geschändet und vermutlich anschließend entleibt (weil aus unerfindlichen Gründen der Film auf FSK 12 heruntergeschnippelt werden musste - warum zur Hölle? - bleiben exploitativere Momente des Lebens bzw. Sterbens außen vor). Gut, jetzt denken wir mal kurz über die Motivation der Männer nach: dass sie die Frauenkolonie als Schandfleck ihrer gekränkten Macho-Ehre empfinden und deswegen auf die Weiber einen Hals schieben, lasse ich mir noch eingehen. Aber was denn nu? Die Frauen dort vergewaltigen oder umbringen, eins von beiden bitte, alles andere ist inkonsequent (wenn ich die Frauen “nur” vergewaltige, kann ich ja später zwecks Wiederholung wiederkommen, und wenn ich sie wirklich *HASSE*, mann, dann bring ich sie halt um. Aber so sind wir Schwanzträger nun mal - wir denken nie über unser Tun und Handeln nach, gelle?). Als Hundra zurückkommt, findet sie nur das völlig zerstörte Dorf vor (sollte es Leichen geben, von denen zumindest unsere omnipräsente Erzählering daherschwadroniert, erspart man uns diesen Anblick). Tja, manche Leute darf man eben nie allein lassen. Bevor Hundra sich noch irgendeinen Reim auf die Sache machen kann, springen ein paar Kerle mitsamt ihren Rössern aus dem Unterholz. Haben die auf sie gewartet? Dedicated guys, I admit. Hundra, als gefürchtete Kriegerin etc., gibt ihrem Hengst (na ja, ich hoffe mal für sie, dass das Pferd doch eine Stute ist) die Sporen und nimmt Reißaus, was dem Regisseur nach über zehn Minuten doch endlich Gelegenheit gibt, den Vorspann einzublenden (und den Verbrechern der DVD-Fassung dito ermöglicht, mal kurz auf Widescreen umzuschalten, damit wir die Einblendungen auch lesen können. Sehr kundenfreundlich. Sofort nach der letzten Title Card springt das Bild wieder ins cineastenfreundliche Vollbildformat zurück). “16 Männer jagten sie einen Tag und eine Nacht lang”, textet uns die Erzählerin zu, bis es Hundra zu blöd wird (knapp, bevor es mir zu blöd wird und ich auf “STOP” drücke) und sie beschließt, ihre Verfolger in einen Hinterhalt zu locken. Ein paar dekorative Felsen bietet dafür die beste Voraussetzung. “Panther”, für einen Kerl offenbar gar nicht so blöd, führt das Pferd an der Leine in ein Versteck, während Hundra auf die Felsen kraxelt und sic mit dem artikulierten Kampfschrei “Yaaargh!”auf die antrabenden Kerle stürzt. Nach etlichen Minuten unterprivilegierter “Actionszenen” (gegen die ich den vergleichbaren Fight in Fred Olen Rays Star Slammer als regelrecht realistisch bezeichnen möchte), deren Höhepunkt vielleicht darstellt, dass Hundra zu einem Reiter aufs Pferd springt und ihn dazu bringt, seinen Gaul frontal gegen einen entgegenkommenden Kollegen zu lenken (Augen auf im Straßenverkehr), hat Hundra dank ihrer überlegenen Kampfkunst (blech) alle Kerle niedergemetzelt, bis auf den Anführer, der mit einem blöden Grinsen im Gesicht von hinnen reitet. Ich hab überzeugendere "Battles of Strength" in drittklassigen Wrestling-Ligen gesehen... Hundra verblüfft zumindest mich damit, die gefallenen Kontrahenten auf Eßbares zu durchsuchen (kam sie nicht von der Jagd? War wohl erfolglos...) und teilt sich den gefundenen gut durchgebratenen Fleischfetzen, den einer der Gekillten in der Hosentasche spazieren getragen hat (!?), mit Wuffwuff Panther. Im Gegensatz zu Superkriegerin Hundra fällt dem feigen Kötermänne auf, dass sich einer der vermeintlich geplätteten Kameraden aufgerappelt und mit einem Pappmaché-Brocken, äh, handlichen Felsen Hundra den Schädel einzuschlagen gedenkt. Naturellement hat Madame Hundra kein Problem damit, mit EINER Hand Kerl nebst Fels von sich zu drücken und cool wie Oskar, eh, Oskarine dabei noch lustig weiterzumampfen. Was ‘ne Powerfrow! Nach einer Weile verlassen den Kerl die Kräfte und der “Fels” donnert auf seinen eigenen Dez. Pardauz. Hundra reitet weiter und in ein Felsen-Pueblo ein, wo sie von einem blau-rot angemalten Liliputaner auf einem Liliputanerpferd (!) argwöhnisch beobachtet wird. Die Erzählerin informiert uns hilfreich, dass Hundra auf der Suche nach ihr ist, da sie die Älteste der Sippe sei (die Erzählerin, jetzt, newa. Warum die Sippenälteste aber nicht bei der Sippe, sondern in einem Höhlenkomplex lebt, als wär sie T’Pau höchstselbst, bleibt mal wieder unserer Einbildungskraft überlassen - wobei die schon gut damit beschäftigt ist, sich einzubilden, Hundra wäre ein unterhaltsamer Film). “In Zorn und Verzweiflung kam sie zu mir”, rhabarbert die Erzählerin, die sich optisch als erwartet alte Schabracke (aber gar nicht sooo alt, wie ich erwartet hätte - ich dachte da jetzt schon an eine mindestens dreihundertjährige Faltenmumie) vorstellt und von Hundra als Chrysula angeredet. Letztere ist über das Massaker an ihrer Sippe bereits informiert und gibt darum oder warum auch immer Geräusche von sich, die irgendwo zwischen chronischer Kehlkopfdiphterie und akutem Brechdurchfall klingen - klare Sache, die alte Schraube ist mit Sicherheit seherisch begabt, diese Hellseher röcheln immer so daher (Future Doc: jeppa!). Hundra macht die alte Mohikanerin ordentlich rund - nach Ansicht der Kriegsbraut ist nämlich dieser Gruppenzwang, sich Männer zwecks Paarung suchen zu müssen, an dem ganzen Schlamassel schuld. Chrysula muss der Tussi tatsächlich noch mal auseinandersetzen, dass ohne Kerle nix Vermehrung und ohne Vermehrung Sippe bald exitus. “Wir brauchen Männer, also lassen wir uns von ihnen gebrauchen”, doziert Chrysula (als feministischer Standpunkt ist das m.E. überarbeitungsbedürftig. Die EMMA-Redaktion hilft da sicher gern aus). Hundra sieht sich genötigt, deutliche Worte zu verlieren: “Kein Mann wird je in mich eindringen, weder mit seinem Schwert noch mit sich selbst!” Boah, starker Tobak (irgendwie wäre der Film eine Hardcore-Variante wert). Eine kurze Walter-Moers-Gedächtnisepisode (“Wohl!” - “Nein!” - “Wohl!” usw., paraphrased) wird von Chrysula kraft ihres Amtes als Seherin mit einem “Das ist dein Schicksal!” (und einem vermutlich hinzugedachten “Bätsch!”) entschieden (tja, Karma, böse Sache, kann anjin-san ein Lied von singen, gratitious Shogun-Reference). Hundra zieht die Nase kraus, aber es ist nun mal so - Hundra ist die letzte der Sippe und wenn sie sich nicht vermehrt, dann war’s das mit der freien Frauengruppe. Dann möchte Hundra wenigstens wissen, wer der “Richtige” TM ist. Völlig egal, ranzt die Alte, sie hatte 10 Kinder von verschiedenen Kerlen, manch andere noch mehr und die fanden’s sogar ziemlich lustig (ja, Emanzen, Feministinnen, ganz sicher. Spaß am Sex haben die doch nicht, sagt man). Na gut, Hundra hat aber trotzdem Ansprüche, sie will wissen, wo’s die “Besten” gibt. “Im Süden, im Zeichen des schwarzen Bullen”, auskunftet Chrysula (das ist natürlich überhaupt keine “subtile” Anspielung auf das Herkunftsland des Streifens und die dort angeblich so hervorragenden latin lovers). Hundra fällt ein, dass die Mörder ihres Clans eben jenes Zeichen trugen (ist mir jetzt nicht speziell aufgefallen, Hörner am Helm hat doch in solch Fantasy-Welten jeder Depp, bis auf Sven Glückspilz).Chrysula findet, dass das eine nette Ironie des Schicksals sei, so könnten die Bullenverehrer gleichzeitig den Clan an den Rand des Untergangs gebracht haben und für seine Neubelebung verantwortlich sein. “Lehre dein Kind, dass die ware Kraft unserer Sippe aus dem Herzen kommt”, gibt Chrysula weiteren Unsinn von sich, verlangt, dass Hundra nach Verrichtung mit ihrer Tochter (wenn sie’nen Sohn kriegt, heißt’s also, weiter probieren. Könnte stressig werden) vorstellig wird, damit sie ihren mystischen Segen drübersprechen kann und nun möge Hundra sich vom Acker machen, dankeschön. Tja, Hundramäuschen, schlechte Karten. Es heißt “ein Mann kann seinem Schicksal nicht entgegen”, scheint für Frauen auch zu gelten. Sitzt in´ner Höhle, brabbelt dummes Zeug, muss also Seherin sein... Hundra reitet also grummelnd vom Hof, Chrysula labert irgendwas von “auch wenn sie jetzt in die Männerwelt geht, wird sie ihren Begierden nicht gehorchen” und der blau-rote Zwerg attackiert sie. Eh? Wie nu? Warum nu? Okay, auch der Zwerg ist ein Kerl und damit in der Logik dieses Films per se evil, aber warum hängt der dann in Chrysulas Vorgarten rum? Jedenfalls reitet der Minimacker auf seinem zu heiß gewaschenen Pony Kreisel um Hundra (wieso gibt sie ihrem Gaul nicht einfach eins in die Flanken und hüpft über den Zwerg drüber?). Zwerg zückt eine Mistgabel und kratzt damit Hundra am Bein (wie fies) und schafft es, dass ihr Pferd scheut, umkippt und auf sie draufklatscht (hey, das ist ein gefährlicher Stunt, das kann übel enden...). Hundra grabscht sich die Mistforke und bringt den Zwerg damit zur sofortigen Kapitulation (hä? Außerdem: täusch ich mich, oder ist die Mistgabel gewachsen, seit sie in Hundras Pfoten ist?). Hundra lässt den laufenden Meter liegen und reitet endlich ab, allerdings erweist sich der Kleene als falsche Fuffzger und versucht hinterrücks, sie noch mal anzuspringen, vertut sich aber im Timing und schraubt sich nur gegen eine Felswand. Bizarr. Und so sinnvoll. Blubbblubb. Unsere Amazone erreicht den Ozean - warum auch immer. Ich vermute, ihr Gaul ist ihr zu dreckig (der ist auch wirklich arg verschmutzt), und weil Pferdewaschstraßen ersichtlich in dieser Welt nicht erfunden sind, stürzen sich Roß und Reiterin in die Fluten (und weil Hundra weiß, was sich gehört, tut sie das ohne Klamotten), ja, die Aktion scheint wirklich hauptsächlich dem Zweck zu dienen, den Schimmel wieder als solchen erkennbar werden zu lassen. Gut, ich nehm jede Ausrede für eine überflüssige Nacktszene, ich bin da nicht so. Oh weia, der Score fiedelt die Sorte Musik ein, die man gemeinhin als “komisch” versteht. Das wird furchtbar werden. In der Tat - wir beobachten einen der typischen barbarischen Männer diese Zeitalters nebst seines Tross’ Frauen/Sklavinnen. Meister Barbar ist offenbar so der Scheff, dass er die Vorzüge überdachter Bauweise noch nicht durchschaut hat, mein scheint mehr odre weniger unter freiem Himmel zu residieren. “Tief im Süden fand sie das Zeichen, dass sie suchte”, deliriert die Erzählerin von der Tonspur. Ach, doch bitte nicht DIESEN Kerl? Ich mein, in Barbarella mag das noch lustig gewesen sein... Ich wiederhole mich - ich erkenne ein Phallussymbol, wenn ich es sehe... Doch. Wie nicht anders zu erwarten (zumindest nicht in diesem feministischen Grundsatzstatement der FrauenfreundInnen um Matt Cimber), führt sich der Macker am heimischen Lagerfeuer auf wie das sprichwörtliche Schwein, scheint nur durch Rülpsen, Grunzen (und vermutlich Furzen) zu kommunizieren. Seine diversen Frauchen hocken devot zu seinen Füßen und prügeln sich um ihnen hingeworfene Fleischbrocken. Man kann sagen, was man will, seine Frauen hat der Herr im Griff (auch dank Peitsche. SM rules). Hundra beobachtet die Szenerie - Frauenversteher Doc hätte jetzt vollstes Verständnis, wenn sie sich jetzt mit der Type vielleicht grad nicht unbedingt paaren wollte, aber weit gefehlt. Zwar mit angewidertem Gesichtsausdruck, aber voller Enthusiasmus springt sie in den Kreise seiner Lieben, reißt ihm die Was-auch-immer-Haxe aus der Hand und beißt kräftig zu. “HARHARHARRÜÜLLPS”, kommentiert der Herr des Hauses eloquent-amüsiert, säuft sich noch ca. 1 Liter Mut in Alkoholform an und nähert sich ihr dann kichernd besamungswillig. Auch sie darf einen Schluck Wein zu sich nehmen, bevor er sie auf seine Tierfelle schmeißt. Allerdings scheint unser Freund ein Experte auf dem Gebiet der steinzeitlichen Empfängnisverhütung zu sein und legt sich Hundra zum Einstieg per Hintereingang zurecht. Zwar kaum vorstellbar, dass die sexuell unaufgeklärte Hundra den Unterschied tatsächlich kennen sollte, aber sie lässt sich das jedenfalls nicht bieten, wirbelt den Kerl ein wenig dirch seine Schlafstube und betätigt sich, dank der praktisch herumhängenden Querstangen (Gymkata?) turnsportlich. “Ihr seid frei”, blökt sie der Sklavinnenbande zu, aber zu Hundras gesteigerter Verblüffung - wollen die Sklaven ihren verprügelten Herren nicht verlassen (Reaktionäre! An die Wand stellen!). Auch ein kräftiges “ARGH!” seitens Hundra motiviert die Sklavinnen nicht, sich in die Freiheit (wie Terry Pratchett sagen würde, auch die Freiheit zu hungern, nicht zu wissen, wo man schlafen soll etc.) zu verziehen. Hundra reitet achselzuckend weiter, die Sklavinnen kümmern sich um ihren Gebieter. Ich hoffe, das geht jetzt nicht endlos so weiter. Noch mehr solche Episoden, und ich könnte mich dazu veranlaßt sehen, meinen Fernseher zu verspeisen. Allzeit bereit auch für landwirtschaftliche Nutzbetriebe - unser Heldin (man beachte ihre überzeugenden "Verletzungen" am Bein)... Hundra erreicht eine Stadt. Erzählerin Chrysula hält uns auf dem Laufenden: “Sie erwartete nicht mehr als beim ersten Versuch, aber sie hoffte, in der Stadt besseres zu finden.” Mein Gott, wenn ich den erst besten Wald- bzw. Wüstenschrat, der mir über den Weg läuft, auch für repräsentativ halte... Frauen und logisch denken, ich hab’s immer gewußt. In der Stadt latschen Kamele herum und Hundra wird augenblicklich Zeuge einer schändlichen Schandtat. Soldaten oder Wärter oder Priester of some sorts entreißen gerade einer keifenden Familie die junge Tochter des Hauses, um sie “zum Tempel” zu bringen. “Zum Tempel” und “junge Tochter” waren noch selten Worte, die sich in einen positiven Zusammenhang bringen lassen (zumindest nicht für die “junge Tochter”), daher kicken bei Hundra auch die HeldInnengene ein. Na ja, streng genommen tut Hundra nichts, außer mit ihrem Gaul ein wenig sinnlos zwischen Familie und Soldaten rumzureiten und kann demzufolge auch nicht wirklich verhindern, dass die vermeintlichen Bösmänner Jungmaid (und die immer noch protestierende Mutter/Oma/Whatever gleich mit) gen Tempel abschleppen. Nicht gerade eine überwältigende Performance, aber der Opa des Mädchens, der sich als Landratsa (da fehlt aber noch das “mt” am Ende. Kalaueralarm) vorstellt, ist trotzdem schwer beeindruckt, bedankt sich für Hundras angebliche Unterstützung und lädt sie gleich mal ein: “Du wirst den Platz meiner Enkelin in meiner Famile einnehmen!” Eh, holla, das geht aber schnell mit den Adoptionen hier. Aus dem Augen, aus dem Sinn und schon kommt die Neue rin... (was sich reimt, ist gut). Währenddessen, im Tempel. Der Zeremonienmeister, der selbstredend, wir wollen ja ein Klischee unerfüllt lassen, eine Tunte ist, inspiziert die neuen Mädchen (während Despot/Oberpriester/König/Auf-jeden-Fall-örtlicher Oberhoncho Nepakin gelangweilt auf seinem Thron sitzt) und ist mit der Qualität der Ware alles andere als einverstanden. Kaum zu glauben, aber wahr: der lokale religiöse Kult betreibt mit den umliegenden Stammesfürsten einen lebhaften Mädchenhandel (und da dachte man, das wär ‘ne neumodische Erfindung der Russenmafia). Die bewußte Enkelin nebst Erziehungsberechtigter wird hereingebracht - letztere wirft sich gleich auf Nepakin und winselt um Gnade für das Mädchen. Kann sie natürlich lang winseln, Nepakin fühlt sich lediglich beschmutzt (das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten, ganz besonders für Weibsvolk) und muss sich, nachdem man die Schnalle operativ von ihm entfernt hat, gleich mal die Hände waschen. Nepakins Exekutivorgane berichten von der Begegnung mit Hundra - Schwulibert, dessen Namen ich nie mitbekommen habe, ist begeistert: eine solche Kampffurie (hüstel, wir erinnern uns an ihr “energisches” Auftreten) könnte sicher ordentlich Zaster bringen, auch wenn sie nur eine Frau, und damit de faktor nicht nur übelriechend (das erste, was Neuankömmlingen im Tempel passiert, ist ein Bad und Parfümierung. Selber mögen unsere Barbaren stinken wie die Maultiere, aber bei ihren Sklavinnen schätzen sie Wohlgeruch. Und da sagt man, die wären unzivilisiert), unintelligent (das ist zumindest diskutabel) und schlechterdings ein Tier wäre (uh-oh, allerspätestens jetzt ist die Gleichstellungsbeauftragte gefordert). Klarer Fall - dieses renitente Girl muss her! Renitentes Girl sitzt dieweil im Landratsamt (hehe, ich lass mir doch den Gag nicht entgehen) und lässt sich von Landratsa zulabern. Der erzählt uns prinzipiell nix, was wir nicht schon wissen, und demzufolge sind wir ganz dankbar, dass schon recht zeitig die Tempelwachen/-soldaten/-whatever eindringen und Hudra abholen wollen. Dazu hat die natürlich keine Lust, weswegen wir in den Genuss des nächsten großen Action Set Piece kommen. Zunächst prügelt man sich (auf eher humorig inszenierte Art) in Landratsas Wohnzimmer (und der alte Knacker lässt die Gelegenheit nicht verstreichen, einem schon k.o. gegangenen Soldaten noch eine Vase o.ä. über die Rübe zu ziehen), dann aber flüchtet Hundra ins Freie, wo sie aber schon von einer mittelgroßen Armee (da wir von Low-Budget-Film reden: ungefähr 20 Mann) erwartet wird. Hundra macht diverses Zeuch, das wir wahrscheinlich für cool halten sollen, aber in Wahrheit ziemlich doof aussieht (so klettert sie z.B. auf ein Hausdach, während ihr Köter ihren Gaul dieweil durch eine hohle Gasse führt; auf der anderen Seit des Hauses springt sie dann wieder ihrem Zossen ins Kreuz. Wüßte nicht, was sie daran gehindert hätte, auf dem Pferd durch die Gasse zu reiten). Mehr generische mittelalterlicher-Marktplatz-Action wird veranstaltet (wer den Zusammenbruch eines Zelts für den Gipfel cineastisch-epischer Kunst hält, wird sicher auf seine Kosten kommen). Hundra erweist sich den Gegnern als in jeder Hinsicht überlegen (was nicht schwer ist, da die scheinbar nicht mal richtig zu wissen scheinen, was eine Treppe ist und ansonsten durch primitivste Mittel wie “hinter-einer-Ecke-lauern-und-Beinchen-stellen” bzw. “Knüppel zwischen die Beine, und zwar dahin, wo’s weh tut” auszuschalten sind. Auch das Konzept “springen” scheint den Soldaten völlig fremd zu sein - so starren sie Hundra nur bewundernd-dusselig nach, als die eine doch einen guten Meter hohe Mauer hochspringt (selbst Zorans mongolische Horden in Ator II waren Ausbünde an Intelligenz gegen diese Gesellen. Ich beginne Hundras antimaskulinen Standpunkt langsam, aber sicher, zu verstehen. Meine Geschlechtsgenossen sind ja echt Oberdoofis). Nach etlichen Minuten der lustigen Balgerei erklimmt Hundra einen Turm mit einem Flaschenzug (also, der Flaschenzug ist auf dem Turm, nicht Hundra klettert mittels Flaschenzug auf selbigen. Mein Gott, worauf man sprachlich achten muss...). Erst wird humorig ein dummer Kerl “abgeseilt”, dann folgt Hundra. Sie schwingt an dem Ausleger des Flaschenzugs hin und her, die doofen Wachen versuchen sie zu grabschen und irgendwann verliert sie doch endlich den Halt und stürzt ... Exemplarisch für die durchdachte Kampftechnik Hundras... ... in das Arbeitszimmer von Pateray, dem örtlichen Heiler (doofer Name, übrigens - ich verstand das zunächst als “Pater Rey”, woran man entweder merkt, dass ich doch religiöser bin als ich zugebe, oder mich einfach so für doof halten kann), der gerade einen jugen Knaben behandelt. Hundra landet im Bette des Quacksalbers (hm, der Herr pflegt seine Behandlungen also gleich im Schlafzimmer durchzuführen. Frauenarzt?) und wird beim Anblick des sanften, netten und vor allem rasierten Heiland, äh, Heiler, von Blitz, Donner, Schlag und Liebe auf den ersten Blick getroffen. Der oder keiner, ist ihre Devise. “Du wirst mich nehmen und ein Kind zeugen”, kommandiert Hundra in bestem Kasernenhofton, worauf Pateray, nachdem er sich zusammengereimt hat, woher die Blondine kommt, die in seinem Bett liegt, doch vermutet, dass sie sich beim Sturz einen leichten Dachschaden zugezogen hat. Dieweil die Mutter des Knaben, eine Tempeldienerin und als solche anständig-fraulich gekleidet und ordentlich frisiert, ihren Junior abholt, zieht Hundra ein paar gedankliche Fehlschlüsse. “Hast du das Kind gemacht?” Pateray verneint wahrheitsgemäß und überlegt sich vermutlich, wie er die Psychopathin in seiner Schlafstatt loswird. Zumal die handgreiflich wird - als Pateray sich nämlich fortgesetzt weigert, Hundra zu begatten, packt die ein paar Messer aus ihrem Kampfgürtel (woher sie die hat, weiß ich doch nicht - okay, ich hab‘s noch mal angekuckt, sie hat die Dinger tatsächlich am Gürtel. Ziehe meinen Einspruch also zurück.) und verleiht ihren Beischlafforderungen mit ein paar knapp daneben gezielten Messerwürfen Nachdruck. “Männer mögen nicht, wenn man sie zwingt”, röchelt Pateray, was aber exakt die falsche Verteidigungslinie darstellt, schließlich hat Hundra immerhin eins schon gelernt, nämlich dass Männer ganz gerne mal die Frauen zum Geschlechtsverkehr zwingen. Pateray hat aber schon die nächste Ausrede am Start - und die kennen wir Kerle ja auch alle (so wir jemals in die Verlegenheit geraten, “nicht zu wollen”) - wenn unsereins nicht in der richtigen Stimmung ist, spielt sich in gewissen körperlichen Regionen nix ab und drohend geschwungene Messer sind der Libido selten förderlich. “Wenn ich mehr wie diese Frau wäre”, überlegt Hundra und Pateray, der eine Chance wittert, dass die Furie sich schleunigst verdünnisiert, stimmt zu - das wäre für die Liebe nicht nachteilig. Kurzentschlossen verkündet Hundra, in den Tempel zu gehen, um weiblicher zu werden (aber Pateray bleibt weiterhin die Nr. 1 auf der Besamerliste). Pateray warnt vor den unspezifizierten Gefahren des Tempellebens, aber Hundra ist unbeeindruckt - ihr kann nix passieren, schließlich ist das alles ihr Schicksal (echtes Gottvertrauen). In einem unerwarteten Anfall von Kompetenz hat die Tempelwache mittlerweile Paterays Villa umstellt - dabei wär die Mühe gar nicht nötig gewesen, schließlich kommt Hundra gern und ausgesprochen freiwillig mit. Im Tempel spielt sich gerade ein mittelschweres Bacchanal mit viel Wein, jede Menge Weib und (dankenswerterweise) wenig bis null Gesang ab. Hundra ist ob der Ausschweifungen ein wenig irritiert, wird aber zunächst im Hintergrund gehalten, da Nepakin den nächsten offiziellen Programmpunkt ankündigt: “Preist den Bullen!” Und da ist er schon, der Bulle, live und in Farbe, ein lebendes behörntes Rindvieh, das von den versammelten Barbaren auch entsprechend gepriesen wird. Manche Religionen sind echt behämmert. [Wayne&Garth-Mode on] SCHWING! [Wayne&Garth-Mode off] Es ist die “Nacht der Unberührten” (ist das so was wie Ladies Night in der Disco mit freiem Eintritt und Drinks für zwei Euro?), verkündet Nepakin, aber vor die Jungfrauen, und um die geht’s natürlich, hat der Liebe Bulle bzw. Nepakin die “Spenden” gesetzt. Geld regiert die Welt, auch in religiös betriebenen Bordellen. Die Stammesfürsten halten irrtümlicherweise Hundra für eine der Kandidatinnen - in ihrem Fellbikini wirkt die Kriegerin den Kerlen aber erheblich zu männlich. Aber “wenn du ihr beibringen kannst, wofür das Maul einer Frau gut ist”, und was könnte das wohl sein, diskutieren wollen die Herren Fürsten ja wahrscheinlich eher nicht, ist der ein oder andere der Nepakinschen Kunden bereit, satte 1000 Goldstücke springen zu lassen. Nepakin, ersichtlich bekennender Wetten, dass-Fan, nimmt die Herausforderung an. Meister Schwulibert bringt indes die Jungfrauen in den, hüstel, Saal, alles nette adrette devote kleine Frauenzimmer, die sich brav vor ihren bärtig-zauselig-schmutzigen Barbarenherren verbeugen. “Ich werde mich nie verbeugen”, gelobt Hundra. Was braucht ein Barbaren-Fantasy-Action-Spektakel epischen Ranges unbedingt im Mittelpart? Und kommt mir jetzt nicht mit so Sachen wie “character building” oder “story development”. Es gibt auch wieder zehn der berühmten badmovies.de-Gummipunkte zu gewinnen. Na? Ich hätt’s wissen sollen, dass da keiner draufkommt. Okay, die Generalüberholung eines Frauenzimmers mit allen Hilfsmitteln der frühzeitlichen kosmetischen Verschönerungsbranche, in Fachkreisen auch “makeover” genannt (und schon wieder ich an Earth Girls Are Easy... “Let’s make a brand new girl”), ist vielleicht nicht wirklich das allererste, woran man denken müsste. Nichtsdestotrotz wird’s durchgezogen. Die verwirrte Hundra bekommt eine Fangopackung, Gesichtsmasken (“Männer mögen Geburtsnarben, keine Kampfnarben”, erläutert eine der Tempelkurtisanen. Hm.) und brutal-schmerzhafte Bearbeitung ihrer verfilzten Haarpracht (also, so verfilzt sah Blondie eigentlich vorher nicht aus...) mit fiesen Kämmen. Aber es ist die Mühe wert, meint zumindest die begeisterte Schwuchtel. Nepakin ist zurückhaltender: “Äußerlich hat sie sich verbessert”, gibt er zwar zu (da *kann* man anderer Meinung sein, ob so ein um die Hüfte gewickeltes Bettlaken als Kleid wirklich sexier ist als der Barbarinnenbikini...), aber er fürchtet nicht zu Unrecht, dass sie immer noch rebellisch aufgelegt ist. “Ich diene niemandem”, blökt Hundra auch prompt. “Du wirst dienen”, flötet Schwuli. “Nein, und ich sage nur die Wahrheit”, antwortet Hundra etwas kryptisch. Das allerdings bringt Schwulibert auf eine Idee - es gibt das gräßliche Gerücht, eine der Tempelfrauen habe einen Sohn und selbigen in der Stadt versteckt (und das scheint verboten zu sein). Wenn Hundra nun nur die Wahrheit spricht... weiß sie zufällig davon? Hundra behauptet, von nichts zu wissen. Nepakin gibt Trakima, der Tempeldame, die für Hundras “Ausbildung” zuständig ist und rein zufällig Mutter des Knäbelchen vorhin bei Paterhai (und damit die von Schwuchtelino Gesuchte), den dienstlichen Auftrag, sich mit Hundra ein bissl mehr Mühe zu geben.
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