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Godzilla 2000

GODZILLA 2000
Originaltitel: Gojira ni-sen mireniamu
Godzilla 2000

alternative Titel: G2K: Millenium, G2K: Millenium, Godzilla 2000: Millenium, Godzilla Millenium, Gojira 2000

Japan 1999 - 99 min - FSK: --

Inhaltsverzeichnis

Credits

Besetzung:

Yuji Shinoda  (Takehiro Murata)
Mitsou Katagiri  (Hirosi Abe)
Yuki Ichonese  (Naomi Nishida)
Io Shinoda  (Mayu Suzuki)
Shiro Miyasaka  (Shirô Sano)
Godzilla  (Tsutomu Kitagawa)
Orga  (Makoto Itô)
N.A.  Takeshi Ôbayashi
N.A.  Shirô Namiki
N.A.  Sakae Kimura

Crew:

Regie: Takao Okawara
Drehbuch: Hiroshi Kashiwabara, Wataru Mimura, Michael Schlesinger (US-Version)
Kamera: Katsuhiro Kato
Schnitt: Yoshiyuki Okuhara, Michael Mahoney (US-Version)
Musik: Takayuki Hattori, Akira Ifukube, J. Peter Robinson (US-Version)
Production Design: Takeshi Shimizu
Spezialeffekte: Kenji Suzuki, Toshihiro Ogawa
Produzent: Michael Schlesinger (US-Version)
ausführender Produzent: Shogo Tomiyama
Produktion: Toho Pictures Inc.

Vorwort

Abt. Monster machen Metropolen marod (Ja, ich weiß, klingt blöd, aber mir fiel kein passendes Wort mit "m" ein" (mickrig? Matschig? – der Lektor) (Klingt ja noch dööfer. Und ich hab das "marod" absichtlich ohne "e" geschrieben, Klangmelodie, newa! - der Autor).

Endlich mal wieder also der richtige originale Godzilla. Dem großen Giganten des japanischen Monsterkinos hab ich ja schon einige Zeit keine Aufwartung mehr gemacht, aber es bietet sich an, diesen Umstand zu ändern. Zum einen spielt mir das für einen anderweitigen Artikel in die Hände (bzw. dadurch kam ich auf die Idee, mir diesen Film mal wieder anzusehen), zum anderen gibt´s ja wirklich eine Art aktuellen Anlass, denn die Serie, die die Toho Company 1999 mit Godzilla 2000 auf den Weg brachte, ist nun mit Ryuhei Kitamuras Godzilla: Final Wars zu Ende gebracht (der Streifen wird seine Deutschlandpremiere beim Fantasy Film Fest 2005 feiern), was den mittlerweile seit über 50 Jahren die Leinwände terrorisierenden Sauriermutanten endgültig aufs Altenteil schicken könnte. Wohl eher mittelprächtige Einspielergebnisse und teilweise verheerende Reviews haben Toho nämlich dazu veranlasst, Godzilla mindestens eine längere Zwangspause zu verordnen. Ob überhaupt und ggf. wann das wohl umfangreichste Franchise der Filmgeschichte wieder reaktiviert wird, steht in den Sternen...

Egal, noch schreiben wir aus Toho-Sicht das Jahr 1999 und sind gerade völlig konsterniert und schockiert, was Roland Emmerich für TriStar mit seinem Film, von Godzilla-Fans anti-liebevoll "GINO" (Godzilla-in-name-only) genannt, angerichtet hatte. Zwar hatten sich die Japaner die Lizenzrechte ordentlich was kosten lassen und dafür im Gegenzug den Amerikanern verzichtet, zugunsten etwaiger US-Sequels einstweilen auf die Produktion eigener Godzilla-Filme zu verzichten (dafür ließ Toho das Monster im bis dato letzten Japan-Godzilla Godzilla vs. Destoroyah auch melodramatisch sterben, nicht ohne sich aber eine Hintertür offen zu lassen), aber die Legendenschändung einerseits und die Gewissheit, dass TriStar von der Produktion einer oder gar mehrerer Fortsetzungen dankend absehen würde, ließen die Japaner nicht ruhen und so wurde erheblich früher als gedacht, nämlich eben 1999, schon mit der neuen, dritten Godzilla-Serie, kreativ "Millenium-Serie" betitelt, begonnen.

Bei der Wahl des Regisseurs ging Toho auf Nummer Sicher, überhörte die Fan-Wünsche, die dringlich Shusuke Kaneko, den Schöpfer der überwältigend positiv aufgenommenen neuen Gamera-Trilogie auf dem Regiesessel wünschte (ein-zwei Filme später konnte Toho nicht anders und ließ Kaneko ran), und heuerte Takao Okawara an, der in der zweiten, der "Heisei"-Serie, bereits drei Folgen inszeniert hatte, den zwiespältig empfangenen, aber mit teilweise sehr schönen Bildern aufwartenden Godzilla vs. Mothra, das obligatorische Mechagodzilla-Remake und eben den Schlusspunkt Godzilla vs. Destoroyah. Schon ein Indiz dafür, dass Toho beim Neustart ihres Top-Franchise kein unnötiges Risiko eingehen wollten. Inhaltlich bediente man sich des beinahe gleichen Kunstgriffs wie beim Auftakt zur Heisei-Serie, Return of Godzilla (aka Godzilla ´84). Der Film sollte ein direktes Sequel zum Original-54er-Godzilla werden und alle nachfolgenden Serienbeiträge ignorieren. Toho gefiel diese Idee gleich so gut, dass man sie zum Kern der "Millenium"-Philosophie machte – jeder dieser Filme sollt quasi eine "alternative" Fortsetzung zum Urfilm werden; damit ging man zwar jeglicher Continuity-Problematik aus dem Weg, verärgerte aber bereits vorab ganze Heerscharen von Fans. Nun, darum soll´s heute aber nicht gehen, sondern nur um Godzilla 2000. Wenn ich mich recht erinnere, hat der Film auch ganz allein genug Probleme...

Inhalt

Bringen wir zunächst mal den Zuschauer auf den Kenntnisstand der Charaktere (der Film tut´s eigentlich bis zum Ende nicht, aber unsereins ist ja serviceorientiert): Godzilla hat anno 1954, wie von Dokumentarfilmer Inoshiro Hondo dankenswerter mitgeschnitten, Tokio geplättet und seit dem ab und zu vorwitzig seine verschuppte Nase aus dem pazifischen Gewässer gehalten und gelegentliche Landgänge veranstaltet. Da dies aus nahe liegenden Gründen mit landschafts- und städtebaulichen Umstrukturierungsmaßnahmen der grobmotorischen Art verbunden ist, hat sich ein "Godzilla Prediction Network" gegründet, das mit allerhand pseudowissenschaftlichem Mumpitz versucht, neuerliches Godzilla-Auftauchen zu prognostizieren. Kann man durchaus als sinnvolle Tätigkeit erachten (oder auch nicht. – der Lektor) (wenn du Japaner wärst, würdest du das anders sehen... - der Autor).

Den Shot hab ich auch schon mal irgendwo gesehen...

Allerdings scheinen Mittel & Wege des GPN zu wünschen übrig zu lassen, die heutige Eingreiftruppe der Godzillapropheten besteht nämlich aus einem (1) Geländewagen (immerhin mit allen möglichen technischen Gizmos ausgestattet und vollgestopft mit Computertechnologie), bemannt von Shinoda, seiner vielleicht zwölfjährigen Tochter Io (das sollte nicht "Io", sondern "Uaah" heißen, wenn´s nach mir geht) plus der Journalistin Yuki, die sich dem nächtlichen Herumfahren und Meßgeräte-Aufstellen an der Küste angeschlossen hat, um ein paar "richtig gute Fotos" von "ihm" zu bekommen (und ich nehme mal an, Yuki meint mit "ihm" nicht Shinoda, sondern den Großen Grünling). Wir verlieren keine Zeit und stellen sofort die obligatorischen Klischees auf – Yuki ist eine hirnamputierte Blödbirne, die von Shinodas wissenschaftlich äußerst bedenklichem Technobabble maximal "Bahnhof" versteht, Io dagegen ein multiwissenschaftlich begabtes Wunderkind, das jede Kenny-Skala sprengt (aber zum Glück wenigstens keine kurzen Hosen trägt), mühelos NOCH idiotischeres Technobabble von sich geben kann als ihr Papa (ich mag das gar nicht wiedergeben, da brennt mir die Tastatur durch), aber Yuki wenigstens als "imbecile" identifiziert und vergeblich versucht, die Vorgehensweise des GPN in "imbecile terms" zu erklären. Es ist ja auch völlig egal – Fakt ist, die GPN bildet sich ein, irgendeinem Phänomen auf die Schliche gekommen zu sein, mit dem sich Godzillas Auftauchen gemeinhin ankündigt und das daher als Vorhersage-Indikator geeignet ist.

Am Zeitfaktor der Vorhersage müssen Shinoda und seine Mitstreiter aber noch stricken – die schönste Vorhersage nützt nicht sooo viel, wenn sie ungefähr mit fünf Sekunden Vorlauf eintreffen. Gerade nämlich hat Shinoda diversen Änderungen im Plasmafluss (ich weiß auch nicht, wovon er redet) entnommen, dass Big G mal wieder nach einer Runde Häuserzerdeppern der Sinn steht, da guckt ein entsetzter Leuchtturmwärter ein paar Kilometer weiter der überdimensionierten Urzeitechse schon ins Reptilienauge (sie könn´ sich´s nicht verkneifen, die Japaner, und zelebrieren das als, äh, "Hommage" an Emmerichs Film). Godzi ist in bester Partylaune, was man schon daran erkennt, dass er ein ausgewachsenes (und vom regulären Funkverkehr schwer vermisstes) Schiff in den Klauen trägt und es vor Augen des Leuchtturmbewohners mit einem KitKat-Riegel zu verwechseln scheint (Have a break...). Der Leuchtturmwärter flieht und kommt aufgrund diverser unglaubwürdiger Zufälle trotz vielfältiger Godzilla-Anschläge auf sein armseliges Leben mit ebenjenem davon.

Wenn Sie diese Zähne sehen können, fahren Sie zu dicht auf...

Während Shinoda, Io und Yuki gen Gozilla-Landeort heizen, mischt der bereits eine ländliche Gemeinde nebst der Dorfspelunke auf. Das GPN-Außenteam müsste nun durch einen Tunnel fahren, doch ist die Straße durch einen Godzilla-bedingten Steinschlag blockiert. Aber wozu fährt Meister Shinoda ein geländegängiges Fahrzeug? Über Stock und Stein geht´s mit Vollgas in den Tunnel. Bis zur Vollbremsung, denn wie einst in Dellamorte Dellamore ist unmittelbar hinter dem Tunnelausgang die Welt zu Ende, in diesem Fall weniger aus grundsatzphilosophischen Erwägungen wie in Soavis Zombiegroteske, sondern weil Godzilla den Rest der Straße bereits ein paar Dutzend Meter tiefer gelegt hat. Und der Hobbystraßenbaumeister ist auch noch persönlich anwesend, um die Huldigungen entgegen zu nehmen. Shinoda, der zwar ersichtlich ein Fan des Grünen ist, ist das dann doch empfindlich zu nah an der Action, zumal Godzilla sich für das Auto zu interessieren beginn und die Windschutzscheibe anhaucht (übrigens könnte man auch diese Szene – Godzilla steht vor der Tunnelausfahrt und inspiziert das drin stehende Fahrzeug, für eine zarte Anspielung auf GINO halten, wo´s ja eine ähnliche, nur ungleich debilere Szene gibt).

Yuki erweist sich als wahres Cleverle – Aug in Aug mit einem übelgelaunten Riesensaurier, der sich grad überlegt, ob er den Blechhaufen, der da vor ihm steht, essen, zertrampeln oder einfach nur flambieren soll, ist "Fotografieren mit Blitzlicht" vermutlich nicht die allerintelligenteste Idee. Sie tut´s trotzdem. Godzilla wird heute gespielt von Russell Crowe – er hat ein Problem mit Paparazzi und kündigt mit einem fiesen Röhrer baldige fotografinnenterminierende Aktivitäten ein. Shinoda findet im Getriebe seiner Karre überraschenderweise einen Rückwärtsgang und legt diesen ein. Aufgrund des schieren Geschwindigkeitsvorteils des Vorwärtsfahrens (außer bei diesen kleinen holländischen DAF-Zwergen) würde ich zwar bei nächster Gelegenheit wenden und im normalen Vorwärts-Modus weiterfahren (die drei-vier Sekunden, die das dauert, holt man doch locker rein), nicht so Shinoda. Godzilla zertrampelt indes den Tunnel (wieviel Meter Gestein befinden sich eigentlich zwischen Tunnel und freier Natur?), doch den tapferen Forschern gelingt die Flucht mit Müh und Not.

Dieweil, im Hauptquartier der "Crisis Control Intelligence (Agency übrigens auch noch)", kurz CCI (ich dachte, die bringen doofe Italo-Filme auf DVD?), hat man andere Sorgen. Man ist in diesem Fall ein gewisser Anzugträger namens Katagiri und Chef des Vereins. Von Godzillas aktueller Landpartie weiß man bei CCI noch gar nix (als Krisenkontrollzentrum scheinen mir die also doch leicht überfordert zu sein), dafür beschäftigt man sich mit einem Meteor, der in 900 Faden Tiefe im Meer rummurmelt und nach Katagiris Willen sofort geborgen werden soll (weil Meteore, die in der Tiefsee parken, erheblich krisenmäßiger sind als 100 Meter hohe Saurier, die Städte zerlegen, zweifellos. Angesichts der Erfolgsquote der japanischen Behörden in den Godzilla-Filmen bin ich geneigt, Katagiri gewisses Verständnis entgegenzubringen. Hatjaehkeinsinn...).

Race of the Champions

Godzilla beschäftigt sich indes damit, eine Kleinstadt in Schutt und Asche zu legen, was natürlich nicht ohne die üblichen Panik-Aufnahmen flüchtender Stadtbevölkerung erledigt werden kann. Shinoda & Co. sind dem Untier noch auf den Fersen, Yuki ist unverständlicherweise eingeschnappt und aus noch unerfindlicheren Gründen irgendwie sauer auf Shinoda (man * muss * Frauen bekanntlich nicht verstehen) und keift den Godzilla-Forscher auf dessen sachdienlichen Hinweis, jetzt wäre doch eine hervorragende Foto-Gelegenheit und die freundliche Nachfrage, ob Yuki denn überhaupt ´nen Film in der Kamera hat (und angesichts ihrer bisher geschilderten geistigen Kapazität halte ich die Frage für berechtigt), giftig an. Vielleicht hat sie ja auch grad ihre Tage...

Godzilla nimmt sich indes ein Umspannwerk vor, was Shinoda zu einer bemerkenswerten Schlussfolgerung veranlasst: "Es sieht so aus, als wollte er unsere Energiequellen zerstören!" Mit ungefähr der gleichen Berechtigung könnte man Godzilla zwar auch einen schweren Groll auf Leuchttürme und drittklassige japanische Hafenbars unterstellen, aber es wird wohl so sein.

Dieweil durchpflügt ein (für japanische Monsterfilmverhältnisse aber achtbares) Modell-U-Boot die Tiefsee. CCI-Chefwissenschaftler Miyasaki ist ob der Scenery schier geplättet: "Es ist wie ein Wald aus Vulkanen!" (Ich weiß nicht, was er heute im Tee hatte, aber ich will nichts davon abhaben... (Ich schon, das klingt nach dem good stuff. –der Lektor) (von Drogenfreaks umzingelt... seufz... - der Autor))

Yuki will indes bei ihrem Chefredakteur Eindruck mit den Godzilla-Fotos schinden. Blöderweise hat Chefred mit seiner Feststellung "Diese Bilder sind so leer wie ihr Kopf" völlig recht – Godzillas Radioaktivität hat den Film unbrauchbar gemacht (die Dame soll sich keinen Kopf machen, wenn die Radioaktivität echt so hoch ist, stirbt sie in maximal zwei Jahren an Krebs. – der Lektor). Hähä. Dat gönn ick dir. Immerhin ist die Einschätzung ihrer Mentalfunktionen nicht mit einer fristlosen Kündigung verbunden – Yuki darf noch mal ran an die Story. Yuki kann sich begeisterungstechnisch gerade eben so zurückhalten: "Das heißt, ich muss noch mal eine Nacht mit diesen Freaks verbringen?"

Freak Shinoda ist nicht nur ein x-beliebiger Freak, er ist der Oberfreak des GPN und hält sich deswegen im Hauptquartier des Networks aus, wo er telefonisch mit einem Kollegen konferiert, der ein rätselhaftes (und vom Film fürderhin mehr oder minder komplett ignoriertes) Ansteigen der Wassertemperatur bemerkt hat. Yuki ist auf der Suche nach dem GPN-Hauptquartier, das, höhö, im hintersten Winkel eines Hafen-Lagerhauses liegt und zu dem sie sich bei zwei comic-relief-Arbeiter-Trotteln durchfragen muss (hm, wie hat sie eigentlich beim ersten Anlauf zu Shinoda gefunden?). Wir erkennen – das GPN ist keine offizielle Behörde, sondern noch deutlich unter dem Seti-at-home-Level angesiedelt; das sind einfach ein paar bekloppte Godzilla-Freaks. Aber auch geschäftstüchtige Freaks – zumindest Io, die sich als für die betriebswirtschaftlichen Aspekte zuständig erklärt und Yuki verklickert, dass eine weitere Spritztour mit der GPN kostet – und zwar ziemlich genau eine Mitgliedschaft, und die wiederum liegt bei 200.000 Yen Aufnahmegebühr plus 50.000 Yen Monatsbeitrag. Ich bin mit dem momentanen Yen-Kurs nicht vertraut, aber das scheint mir trotzdem ein extrem teurer Spaß zu sein. (1400 € Aufnahmegebür + 350 € im Monat… ich nehm zwei. – der Lektor) Dementsprechend begeistert reagiert Yuki (na und? Kein Spesenkonto oder was?).

"Nein, ich glaube nicht, dass das ein Drehbuch ist!"

Währenddessen, in der Tiefsee. Der ominöse Meteor, an dem die CCI so interessiert ist, soll mit einem Schwung Ballons gehoben werden (die Technik kennen wir aus Airport ´77 und Hebt die Titanic). Allerdings wundert sich die vor Ort dümpelnde CCI-Brigade bald schon heftigst, wieso der Meteor schneller steigt als es sein dürfte... die Ballons jedenfalls haben mit dem Durchbruch an die Wasseroberfläche nicht wirklich ursächlich was zu tun. Sehr mysteriös.

Shinoda, stellen wir fest, steht ganz schön unter dem Pantoffel seiner Tochter (gottseidank schmiert uns das Drehbuch nicht auch noch das vermutlich tragische Schicksal von Mrs. Shinoda, die´s ja wohl auch mal gegeben haben muss, auf´s Brot). Das von Io gerichtete Abendfutter muss aber warten, denn Godzilla wurde geortet. Echsentruppe, auffi! Shinoda klingelt, serviceorientiert, bei Yuki an. Die Journalistentussi ist natürlich dabei.

Die CCI rückt indes dem Meteor bohrenderweise auf die Pelle und stößt dabei unter der Felsschicht auf etwas "solides" (unter Fels? Etwas solides? Sag an… - der Lektor), und das ist, so hat man flugs ausgerechnet, 60 bis 70 Mio. Jahre alt (ich bin sicher ein Schelm, wenn ich arges dabei denke, aber das ähnelt verflucht dem Setup des ersten neuzeitlichen Gamera-Films. Ist ja hier besprochen, könnt Ihr also vergleichsweise nachlesen). Miyasaki stellt schon mal die These auf, dass es sich bei dem Meteor um ein "Gefährt aus dem Weltall" handelt. Alles schön und gut, doch Katagiri hat ein ganz anderes Problem – das ist groß, grün, schuppig, hat ´nen wilden Kamm und ´nen langen Schwanz (no pun intended, i hope… - der Lektor) (wenn´s kein jugendfreies Review wäre, hätte ich das oben geschrieben, hihi - der Autor) und heißt Godzilla. Godzi will nicht nur mal eben beim Sushi-Grill ein paar Tonnen rohen Fisch ordern, nein, er orientiert sich Richtung eines Atomkraftwerks, was Shinoda natürlich sofort als Beleg seiner vorhin postulierten These begreift und Yuki nur leicht verstimmt mit einem "Toll. Ein neues Tschernobyl!" kommentiert (wir begrüßen unsere heutige Message. Ist ja keine neue...). Katagiri mag auf den ersten, zweiten und dritten Blick wie ein Unsympath wirken, aber er ist zumindest nicht dämlich, zieht ebenfalls den Schluss, dass Godzilla es auf das AKW abgesehen hat, lässt es abschalten und die Armee auffahren.

Shinoda und Yuki beziehen Stellung – die Reporterin ist nervös. Katagiri taucht auf. Shinoda ist vor Freude überwältigt, man kennt sich: "Ich hatte gehofft, dich nie wieder zu sehen!" Selbstverfreilich erfreuen uns die Autoren mit Plotklischee Nr. 38 2/3. Shinoda will Godzilla studieren, Katagiri möchte das Vieh einfach nur umbringen (ich mag Katagiri. –der Lektor). Gemeinsamer Nenner ist auszuschließen, auch wenn Shinoda Katagiri freundlich den Beitritt zum GPN nahe legt. "Dein Netzwerk ist Geschichte. Ich schicke Blumen", knurrt Katagiri gehässig. Shinoda kann sich nicht beherrschen und ruft Katagiri noch hinterher, dass es mit der Abschaltung des Kernkraftwerks nicht getan ist, man müsste schon ALLE Energiequellen abschalten.

Cameo von Gamera?

Auf hoher See gibt´s für Miyasaki weiterhin Bauklötze-Staun-Programm. Der Meteor richtet sich aus der Horizontalen in die Vertikale auf. Normale Meteore tun so was aber nicht...

Indes fährt die japanische Armee auf, was an Panzern aufzufahren geht. General Takeda unterbreitet seinen genialen Godzilla-Bekämpfungsplan. Da man bei den bisherigen Begegnungen mit dem Monster gelernt habe, dass Beschuss Godzilla nicht etwa vertreibe, sondern nur aggressiver mache, wollen die Kommisköppe diesen Trieb nun ausnutzen und ihn in eine minenverseuchte Flussmündung locken. Kollateralschaden kann nicht ausgeschlossen werden, aber mehr als 200 bis 300 Tote unter der Zivilbevölkerung wird´s nicht geben, verbrieft und -siegelt der General von sich selbst überzeugt. Und wollten wider Erwarten die Minen Godzi nicht den Garaus machen, dann hätte man da noch eine spezielle Panzerknacker-Rakete, die jegliches bekannte Material durchschlagen kann ("like crap through a goose", zitiert die US-Synchro fröhlich Patton). Da fällt mir doch ein kleiner Denkfehler auf – wenn die Rakete wirksamer ist als die Minen, warum schießt man nicht gleich mit denen? Ach, wenn Soldaten ihre Spielzeuge ausprobieren wollen, echt schlimm...

Shinoda wartet dieweil am Strand auf Godzilla, der sich mit ein paar zünftigen Unterwasserexplosionen auch ankündigt (? Was sollen die Explosionen? Hat Godzilla Schluckauf oder Blähungen?). Die Armee greift mit Hubschraubern an. Na ja. Sie greift mit, eh, na ja, verbesserungsfähig aufkopierten Hubschraubern an. Oh weia. Die Größenverhältnisse sind auch insgesamt etwas, hm, mysteriös. Egal. Godzilla geht an Land, wird von den Panzern beschossen, was natürlich keinen bleibenden Eindruck bei Godzi hinterlässt, ihn aber tatsächlich wie gewünscht so sauer macht, dass er in die vorbereitete Minenfalle stolpert. Die Minen kratzen dem Monster allerdings nicht eine lahme Schuppe von der Figur, so dass sich das Militär genötigt sieht, die Stock-Footage-Jets zu alarmieren, damit die mit CGI-Raketen angreifen (die sehn´n auch nicht wirklich gut aus, aber es gab auch schon schlimmeres).

Währenddessen hat Miyasaki am Meteor ausgetüftelt, dass der sich an der Sonne ausrichtet. Der Meteor unterzieht die Menschen an Bord der herumdümpelnden Schiffe einem intensiven Scan (inklusive CGI-"Flug" in die menschliche Zellstruktur), begibt sich dann in eine bedrohliche Schräglage, hebt ab und fliegt mirnix-dirnix davon. Die CCI-Leute machen dumme Gesichter. Bleibt ihnen auch nix anderes übrig.

Not-so-good CGI...

Die japanischen Kampfpiloten müssen allesamt verkappte Kunstflieger sein. Eine unpraktischere Angriffsformation als ein Stern (ich versuche, Bildmaterial zu liefern, das beschreibt sich so schlecht) fällt mir auf Anhieb nicht ein (zumal auch noch präzises Hochziehen gefragt ist). Während Godzilla die Raketen der Jets lässig abschüttelt, wird Katagiri über den abgängigen Meteor informiert. Den Anruf hätt´ Miyasaki sich sparen können, der braust nämlich schon heran (der Meteor, nicht Miyasaki) und pflügt dabei schnittig in Kurvenlage die Wellen. Der Meteor unterzieht Godzilla seinem bereits bekannten Zellstruktur-Scan und feuert anschließend einen CGI-Strahl ab, der Godzilla rückwärts in ein (hoffentlich evakuiertes) Lagerhaus schleudert. Godzilla rappelt sich auf und lädt seinen radioaktiven Atem-Strahl auf – das Strahlen-Battle-of-Strength gewinnt allerdings der Meteor; unser Held fällt erneut in den Staub.

Der Meteor macht ´nen Abflug und erschreckt dabei die Passagiere eines den Fluß überquerenden Zuges (klar, dass in Japan für eine Militär- und Monsteroperation der öffentliche Verkehr nicht gesperrt wird. Ist ja schließlich dort Alltag). Shinoda untersucht einen Godzilla-Fußabdruck.

Beim Kunstflug könn´ die ja solche Figuren machen, aber beim ernsthaften Angriff???

Der kurze Ringelpiez ohne Anfassen mit Godzilla hat beim Meteoriten einen leichten Lackschaden zur Folge – der Fels ist abgeblättert, darunter offenbart sich silbigre UFO-Hülle. Das UFO landet im Fluss nahe der Eisenbahnbrücke und wird sofort von Hubschraubern umschwirrt wie ein Kuhfladen von Schmeißfliegen. Der CCI-Krisenstab tagt in Pirmasens, äh, Permanenz, wobei erstaunlicherweise die Frage, was eigentlich mit Godzilla los ist, deutlich nachrangig behandelt wird. Das UFO ist scheinbar als größere Bedrohung klassifiziert worden, schließlich kommt es nach Miyasakis bescheidener Ansicht "aus einer anderen Galaxie!" - dass der Kerl auch gleich so schamlos übertreiben muss. Hätt´s nicht ein anderes Sonnensystem auch getan? Abgesehen von haltlosen Spekulationen über die Herkunft des UFOs kann Miyasaki zumindest etwas Produktives beisteuern – seiner Meinung nach bezieht das UFO seine Energie aus Licht und sei vom Suchscheinwerfer des U-Boots aktiviert worden. Jetzt, nach Sonnenuntergang sei das Ding ungefährlich. Katagiri beansprucht eine vollständige Analyse des Flugkörpers.

Indes forscht Shinoda an einer Godzilla-Gewebeprobe herum, die er im Monsterfußabdruck gefunden hat. Godzilla selbst ist weg, was niemanden wirklich stört. Die CCI beschießt das UFO mit komischen Raketen, die mehr wie Torpedos aussehen und angeblich "Sensor-Scanner" sind. Shinodas Anruf bei Katagiri, die technische Ausrüstung des CCI-HQs benutzen zu dürfen, um an der Godzilla-Probe experimentieren können, führt zu einem Treffen zwischen den Rivalen, zu dem Shinoda, warum auch immer er das tun sollte, Yuki einlädt (Sinn innerhalb der Story macht´s nicht, aber es führt, eh, elegant gleich einen gar wichtigen Plotpoint ein). Yuki stellt an Ort und Stelle nämlich fest, dass ihr Schlepptop von unbekannter Hackerhand ausgelesen wird (hat sie wieder das WAN offen gelassen?). Inzwischen verhandelt Shinoda mit Katagiri – letzterer stellt Bedingungen: Shinoda muss seine Ergebnisse offen legen und nach CCI-Regeln spielen. Shinoda akzeptiert. Yuki bemerkt, dass der mysteriöse Hacker es auf ihre Godzilla-Datei abgesehen hat. Woah, Spannung pur...

Io, von Shinoda panisch angerufen, behauptet aus mir völlig schleierhaften Gründen, dass die Absaugung der Godzilla-Datei das gesamte Netzwerk in Gefahr bringen könnte (die dreieinhalb Hanseln, die Eure Beiträge zahlen? [Thaddäus-Tentakel] Oh mein Gott, die Menschheit ist verloren... [/Thaddäus Tentakel] ([Spongebob] Aaaahahahahahaha. Aaaahahahahahaha [/Spongebob] – der Lektor).). Shinoda beordert sein Töchterlein zu sich ins CCI-HQ, aber sie soll die "gelben Diskette" mitbringen. A taut thriller torn from todays technology headlines. Oder so.

Okay, Shinoda widmet sich wieder seiner Godzilla-Zelle und erzählt Miyasaki brühwarm, dass er der Ansicht ist, Godzillas erstaunliche Selbstheilungsfähigkeiten lägen irgendwie in der DNA des Monsters begründet (was für eine gewagte Theorie. Gebt dem Mann einen Nobelpreis, aber bitte nicht den für Medizin). Miyasaki ist ein ähnlich brillantes Genie – vielleicht hat die Radioaktivität ja was damit zu tun! Ehm, und der Kerl wird mit Steuergeldern finanziert (Shinoda ist ja wenigstens auf private Deppen, äh, Gönner angewiesen)? In gemeinsamer Geistesleistung (muss anstrengend sein) kommen die beiden Superwissenschaftler auf die verblüffende Idee, sich die Godzillazelle doch mal unter´m Elektronenmikroskop anzusehen (KOPFPATSCH! Auf den Gedanken kommt ihr JETZT???). In der Godzilla-Zelle tobt das blühende Leben, bzw. Shinoda behauptet, das Selbstregenerierungsgen wäre aktiv. Ergriffen sehen die beiden Eggheads eine Weile zu, ehe Miyasaki einfällt, Shinoda als Entdecker hätte das Recht, die neue Entdeckung zu benennen. Shinoda nennt den Stoff, aus dem die Träume sind... "Regenerator G1". Seufz. Dass Wissenschaftler auch immer so unkreativ sein müssen.

Finsterer Blick allein reicht auch nicht immer...

Katagiri hat das UFO mittlerweile mit "elektromagnetischen Kabeln" fixieren lassen und ist der nachhaltigen Überzeugung, damit alles Menschenmögliche getan zu haben, um das UFO an eventuellen Tätigkeiten zu hindern. Shinoda und Miyasaki philosophieren über die alten Zeiten, als man noch gemeinsam forschte. Shinoda ist ausgestiegen, "als es unethisch wurde". Ein elender Gutmensch, also. Io kommt, wie bestellt, vorbei und möchte ihrem Dad die ominöse gelbe Disk überreichen, aber der nicht ganz auf den Kopf gefallene Miyasaki greift sich den Datenträger reaktionsschnell (woher auch immer er wissen will, dass auf dem Ding irgendwas bedeutsames drauf ist). Der ganze Gelbe-Diskette-Schmu ist übrigens ein Plotpunkt für den Popo, der abgesehen von einer Bemerkung Ios, dass sie NOCH cleverer war als Miyasaki und die vermeintliche gelbe Disk bereits vorab mit einer ihrer persönlichen Disketten vertauscht hatte (was auch nicht mehr oder weniger Sinn ergibt), im weiteren Filmverlauf nicht die geringste Rolle spielen und mit keiner Silbe mehr erwähnt wird. Katagiri muss feststellen, dass er die Wirksamkeit der elektromagnetischen Kabel stark überschätzt hat. Das UFO startet ohne größere Probleme via CGI und reißt dabei auch noch die halbe Eisenbahnbrücke in Stücke. Wenn Godzilla schon nicht für großflächigere Zerstörungen sorgt, erledigt die CCI das also ganz gern mal allein...

Das UFO, mittlerweile von sämtlichen Felsen befreit und in seiner slicken silbrigen CGI-Form zu bewundern, gleitet in unaufgeregter Schleichfahrt über die Stadt – es fliegt sogar so langsam, dass die Militärhubschrauber als Eskorte mühelos Schritt halten können. Shinoda fragt sich, wie etwas nach 60 Mio. Jahren in dem UFO noch leben kann. Miyasaki hat sofort das Zauberwort "suspended animation" parat (daran, dass es sich bei dem UFO theoretisch um ein reine robotische Maschine handeln könnte, verschwendet niemand auch nur einen Gedanken). "Ich hoffe, es ist freundlich", outet sich Shinoda als Naivling (na ja, passt aber zu ihm).

Mir würde ja diverse Freud´sche Symbolik einfallen, aber das lass ich mal weg. Ist ja ein "family movie"...

Da scheint er aber vergebens zu hoffen, denn dem UFO geht sein Geleitschutz scheinbar mächtig auf den UFO-Keks – es röstet den ein oder andere Begleithubschrauber und löst damit eine Massenpanik in Tokio aus. Ein Shopowner (eindeutig japanischen Zuschnitts) fällt angesichts des über der Stadt schwebenden UFOs nur noch (in der US-Fassung, wohlgemerkt) "Gott im Himmel!" ein... Yukis Chefredakteur hat zu dieser Angelegenheit auch ´nen kessen Spruch auf Lager: "Great Ceasar´s Ghost!" (Ich möchte mal wieder dezent bezweifeln, dass das in der japanischen Originalfassung genauso hieß.). Hat er auch allen Anlass dazu, denn die Redaktion hat ihren Sitz im "City Tower", was prinzipiell noch nichts verbotenes ist, aber äußerst unpraktisch, da sich das UFO justament das Dach des City Tower als Landeplatz für die Nacht ausgesucht hat. Und weil das UFO ziemlich GROSS und demzufolge auch ziemlich schwer, sorgt das für mächtiges Remmidemmi. Yuki möchte am liebsten wieder Bilder machen (irgendwie ´ne fixe Idee bei der) und muss von zwei wohlmeinenden Kollegen handgreiflich evakuiert werden.

Für Katagiri stellt das UFO ersichtlich eine Art persönliche Beleidigung dar und damit kann er wohl nicht vernünftig umgehen – das UFO muss zerstört werden, und zwar, weil die Wettervorhersage für den nächsten Tag dummerweise, da die Licht=Energie für´s UFO-Theorie mittlerweile Konsens ist (ist halt niemand anderem was eingefallen), Sonnenschein vom Feinsten ankündigt, gleich heute Nacht.

Damit wir nicht vergessen, dass wir uns technisch gesehen in einem Godzilla-Film befinden, wir von unser aller Lieblingsmonster seit längerer Zeit nicht mal mehr ´ne Schuppe gesehen haben, werden wir Zeuge eines historischen Moments – des allerersten Voll-CGI-animierten Godzillas der Toho-Geschichte. Der schwimmt seines Zeichens etwas sinnlos durch den Ozean, sieht aber gar nicht mal so grottig aus, wie man´s hätte befürchten können.

CGI Godzilla!

Vor dem City Tower haben sich die üblichen Verdächtigen, ergo die UFO-Junkies (Hommage an Independence Day?), versammelt und warten auf Action. Ein Fernsehreporter stellt sich angesichts eines auf dem höchsten Gebäude Tokios parkenden 60 Millionen Jahre alten außerirdischen Raumfahrzeugs, das schon ein paar Hubschrauber gekillt hat, die Frage, die alle bewegt: "Wo ist Godzilla?" Nein ehrlich, das fragt der. Man sollte ja meinen, die Japaner wären froh, wenn wenigstens DER mal nicht die Stadt plättet. Ein anderer Newscaster vergleicht die Szenerie mit "einem alten SciFi-Film" und Yuki bemerkt mal wieder, dass ihr Laptop angezapft wird. Aber nicht nur ihr Computer, sondern... alle Computer im ganzen Stadtbezirk, inklusive des Superduperduper-Rechners in der CCI-Zentrale! Aufruhr! Chaos! Okay, wir haben hier den Anspruch exakter Arbeit – die Rechner werden nicht nur "angezapft", sondern sie fallen ganz aus. Behauptet zumindest der CCI-Rechenzentrums-Oberaufseher. Wie man von "die Rechner fallen aus" ohne weitere Umschweife zu "lasst uns das UFO mit Infrarotsicht ansehen" kommt, erschließt sich mir auch nicht ganz, aber deswegen ist ja auch Katagiri dort der Scheff und nicht ich. Und tatsächlich – Infrarot bringt es an den Tag bzw. die Nacht: aus dem UFO wabern Energietentakel, die durch den Tower wandern und über den dort situierten Supercomputer Zugriff auf alle Computersysteme ganz Tokios hat. Nach Miyasakis maßgeblicher Meinung könnten "alle Daten Tokios" demnächst von den fiesen Hacker-Aliens aufgesaugt sein und das wäre gleichbedeutend mit dem Ende der menschlichen Zivilisation, so wie wir sie kennen (gut, dass die Japaner eine eher egozentrische Weltsicht pflegen, ist jetzt auch keine ganz neue Erkenntnis, aber kann es sein, dass ihr euch gerade ein wenig SEHR WICHTIG nehmt?). "Das nennst du Zivilisation?", murrt Shinoda und zieht die alte "Was-ihr-nicht-versteht-zerstört-ihr"-Karte. Ich will nicht mosern, aber in der gegenwärtigen Lage ist das ein unnötiger Einwand. Das Zerstören übernimmt ja wohl das UFO... Miyasaki verfällt angesichts dieser harschen Worte seines Ex-Freundes in eine Existenzkrise und lädt alle Schuld dieser Welt auf sich. Herzzerreißend. Und so furchtbar unnötig, denn am City-Tower-Mainframe macht sich nicht nur eine außerirdische Lebensform zuschaffen, sondern auch eine sehr irdische, nämlich Yuki. Obschon sie bisher nicht durch herausragende geistige Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat, zieht sie nun die richtigen Schlüsse und versucht, den Computer mit roher Gewalt abzustöpseln, indem sie ihm ein paar lebenswichtige Kabel zerreißt. Nur dumm, dass die Aliens auf solch plumpe Technologie nicht angewiesen sind und fröhlich weiter downloaden, bis die Schwarte kracht.

Katagiri sieht nur noch eine Möglichkeit – den ganzen Wolkenkratzer in die Luft jagen, und das gleich und auf der Stelle. Yuki ruft Shinoda von ebendort aus an und teilt aufgeregt mit, dass sie sooo dicht davor stehe, herauszufinden, was die Außerirdischen eigentlich wollen. Shinoda versucht, die Reporterin vor dem bevorstehenden Blast zu warnen, aber die hört vor lauter Aufregung über die Story ihres Lebens nicht zu und legt auf. "Ich werde diese Schwachsinnige erwürgen", flucht Shinoda, aber da, um jemanden zu erwürgen, diese Person noch weitestgehend am Stück vorhanden sein muss, klemmt er sich Io unter´n Arm und schreitet zur Rettungsaktion.

Ob man das nach 9/11 noch drehen könnte? Obwohl... in Japan schon... siehe Battle Royale II...

Dieweil Katagiris Schergen eine Superbombe installieren, die CCI wohl im SPECTRE-Superschurken-Shop für futuristische Gimmicks eingekauft hat, werden Shinoda und Io an einer Straßensperre aufgehalten. Io, die für beide Shinodas das Denken erledigt, lügt das Blaue vom Nachthimmel und behauptet, ihre Mutter sei noch im Gebäude, was bei den Soldaten nicht wirklich Eindruck schindet. Ein Glück, dass gerade an dieser Ecke besonders nervenschwache Uniformträger Dienst tun, die von der Warnsirene ihrer Kollegen (die die baldige Sprengung ankündigt) so abgelenkt werden, dass Io und Shinoda vorbeischlüpfen können.

Und ohne weiteres zu Yuki stoßen. Shinoda verscheucht Yuki mit dem Argument, viel besser mit Computern umgehen zu können und daher schneller fertig zu werden als sie. Trotzdem sollen Yuki und Io einen Wachtposten finden und die Sprengung aufhalten. Das dürfte ein Problem werden, denn Katagiri ist absolut verzögerungsunwillig. "Sieht so aus, als müsste ich noch mehr Blumen schicken", knurrt der fiese CCI-Chef lediglich finster, als man ihm die Nachricht überreicht, Shinoda sei noch im Tower zugange. Ein böser böser Menschi (was für einen Grund er dafür haben sollte, die Detonation nicht um zehn Minuten zu verschieben, weiß keiner. Aber er ist halt EVIL).

Shinoda ist zwar mittlerweile fertig (womit-auch-immer) und auf der Flucht, während Io (die mit Yuki zwischenzeitlich ein Cabrio geklaut hat) geistig ihren Daddy bereits begräbt (bzw. die kleinen putzigen Reste von ihm, die nach der Explosion übrigbleiben dürften), ergo ihren tragic character moment erlebt und schauspielerisch, in treuer Kenny-Tradition, dabei mächtig abstinkt. Das Elend kann sich nicht mal Yuki mit ansehen und dreht daher die Freiluftschleuder um – zurück zum Tower! Suspense ohne Ende – Shinoda wartet allen Erstens ein Weilchen auf den Lift (!), ehe er sich doch dazu entscheidet, die Treppen zu benutzen. Miyasaki fühlt sich doch noch moralisch verpflichtet, Katagiri ins Gewissen zu reden, scheitert aber. Katagiri löst die Sprengung aus – welch Teufel!

Während sich die oberen Etagen des City Towers dekorativ in ihre Atome auflösen, das große Krachbummdonnerwetter erwartungsgemäß das UFO aber nicht mal in den obersten Lackschichten ankratzt, entschließt sich Shinoda zur ganz schnellen Methode, jumpt in einen offenen Fahrstuhlschacht und seilt sich an den Fahrstuhlkabeln ab (das sollte eigentlich nicht funktionieren, wenn die obersten Stockwerke, also mithin diejenigen, an denen die Kabel schlußendlich verankert sind, nur noch in Rauch, Qualm und Aschewölkchen existieren; ganz abgesehen davon, dass er sich tierisch die Pfoten an den Stahlseilen verbrennen wird. Der dürfte auf Erdgeschoßhöhe nur noch blanke Knochen an den Händen haben). Io und Yuki krauchen in den Kellern des Towers rum (weitgehend unbeeinträchtigt davon, dass oben das flammende Inferno herrscht), finden Shinoda, der hat sogar Yukis Laptop gerettet, von wegen der wichtigen Daten, die er nun gleich Katagiri aufs Butterbrot schmieren wird.

Auch ´ne Maulsperre hält Godzilla nur unwesentlich auf.

Aber erst, nachdem er grimmig-entschlossen in der CCI-Zentrale aufgetreten und dem dortigen Boss ein "Nice try, asshole!" an den Kopf geschleudert hat (damit ist die Sache "ey, du hast kaltlächelnd in Kauf genommen, dass ich mit in die Luft fliege" aber unter Freunden abgehandelt. Man kann sich ja solche Lappalien nicht ewig nachtragen). Miyasaki fällt Shinoda um den Hals und dann erklärt Freund Shinoda endlich den Plot. Die Aliens sind damit beschäftigt, die Atmosphäre unseres blauen Planeten in für sie gesündere Atemluft umzuwandeln. Wie auch wir fragen sich die zahlreich herumstehenden Verantwortungs- und Bedenkenträger, an welcher Stelle nun Godzilla ins Spiel kommt. Shinoda rhabarbert, dass die Aliens auf etwas gestossen seien, das ihnen bei der Umwandlung der Atmosphäre behilflich sein könnte. Miyasaki begreift: "Regenerator G1!" Hä? Was hat Godzillas Selbstheilungsgen mit Atmosphärenumwandlung zu tun? Ich weiß es nicht, aber es ist jedenfalls so (Erst passt es dir nicht, dass die Wissenschaftler nur Zeugs von sich geben, dass du verstehst. Jetzt passt es dir nicht, dass die Zeugs von sich geben, dass du nicht verstehst. Wie wär´s mal mit entscheiden? – der Lektor) (Ich bin schwer zufriedenzustellen, Wowereit! - der Autor). Accept it. We´ve seen worse plots in Godzilla movies. Apropos Godzilla. Der ist nun auch da.

Das heißt auch, dass Human Interest von nun an einen Platz in der 18. Reihe links außen einnimmt und wir den Rest des Films mit kaiju eiga-Action verbringen werden. Es hat auch lang genug gedauert... Das UFO illuminiert aus unerfindlichen Gründen Tokio, Godzilla weiß aber, laut Katagiri, genau, worauf er´s abgesehen hat, und das ist, begleitet von Ifukubes unsterblichem Godzilla March, eben das UFO. Das startet sicherheitshalber, pflanzt sich auf einen benachbarten Wolkenkratzer und greift Godzilla mit Stromkabeln, die es zu Tentakeln umfunktioniert hat (Hentai! Yeah!). Godzilla legt sich nieder und wird zum UFO gezogen, wobei selbstverständlich ganze Straßenzüge in Schutt und Asche gelegt werden. Godzilla lädt seinen radioaktiven Atem auf, schmilzt seine Fesseln und demoliert dem UFO das Landeplattform-Hochhaus unter´m außerirdischen Hintern weg. Die Aliens versuchen sich an ein paar schnittigen und städtebaulich interessanten Flugmanövern, feuern ihren bewährten grünlich-wabernden CGI-Strahl auf Godzilla ab und der lernresistente Riesensaurer küsst erneut das Straßenpflaster. Der UFO-Besatzung steht nach Nägeln mit Köpfen – sie feuert ihr Strahlenarsenal erneut ab und sorgt dafür, dass Godzilla aufgrund heftigen Brummschädels wegen eines 80-Stockwerke-Hochhauses, das ihm auf die Rübe knallt, erst mal still liegen bleibt. Und warum? Das kann sich Shinoda, der mit der restlichen relevanten menschlichen Besetzung von der CCI-Aussichtsterrasse die fröhliche Klopperei ansieht, schnell zusammenreimen – mit seinen unsichtbaren Energie-Tentakeln saugt das UFO Godzilla... "Regenerator G1" ab (ich will auf die naturwissenschaftlich-biologischen Aspekte dieses Unsinns gar nicht eingehen, schließlich kann man in Godzilla-Filmen auch Pflanzen mit Kinderseelen heranziehen. Siehe Biolante). Das UFO projiziert eine amorphe Masse, die sich zu einer quallenförmigen CGI-Kreatur verformt und, ehrlich gesagt, ziemlich bescheiden aussieht (der Chronist wollte eine andere Vokabel verwenden, hat sich´s aber noch mal überlegt). Shinoda erinnert uns daran, dass er ein Superschlaumeier ist und an seine "die Aliens brauchen RG1 zur Umwandlung der Atmosphäre"-These (da haben die Aliens aber mal Glück, dass zufällig ein Monster mit diesem Spezialgen rumläuft). Godzilla lässt sich den unverfrorenen Gen-Diebstahl aber nicht ungestraft bieten, rappelt sich auf und schießt das UFO mit seinem Radioaktivitätsatem vom Himmel. Huch, das war einfach. Diverser brennender Krempel erschreckt das Publikum auf der CCI-VIP-Tribüne.

Battle of the Titans!

Aber das außerirdische Monster ist noch da, hat sich mittlerweile durch übermäßigen Konsum von RG1 aus einer wabbelnden CGI-Qualle in ein extrem dämlich aussehendes man-in-suit-Monster (think Gamera in hässlich) verwandelt und ist bereit zum freestyle monster wrestling, auch als Showdown bekannt. Dem Vieh, das laut allen bekannten Quellen auf den dämlichen Namen Orga (Nachname "Nigramm", wa? Höhö) hört, hat den unfairen Vorteil, dass das UFO, obwohl von Godzilla gerade eben atomisiert worden, seine Moleküle zu einer erneuten Vollversammlung überreden konnte und zum fröhlichen 2-gegen-1-Endkampf wieder eingreifen kann (ich frag schon gar nicht mehr...). Orga kann nicht nur blöd aus der Wäsche kucken und den vom UFO geerbten CGI-Strahl einsetzen, sondern auch lächerlich "springen" (das sieht nur unwesentlich besser aus als vergleichbare Effekte in den 70er-Showa-Godzillas), das UFO rammt heimtückisch Godzilla und postiert sich strategisch zwischen dem Großen Grünen und dem albernen Alien-Monster. Orga wird von Godzillas Todesatem dennoch verletzt, kann sich aber aufgrund RG1 mühelos selbst heilen. Das sollte normalerweise auf ein technisches Unentschieden hinauslaufen (nach Zerstörung des Spielfelds, versteht sich).

Aber Godzilla hat auch einen speziellen Vorteil, den er nun einbringt – seinen Schwanz. Mit dem vermutlich ersten Schwanzfeger der monster-martial-arts-Geschichte (zumindest in DIESER Continuity, hehe) bringt Godzi Orga zu Fall und beißt dem Rivalen in den Knöchel. Orga revanchiert sich durch einen beherzten Biss in Godzis Schulter, wodurch wieder RG1 von einem Monster zum anderen fließt. Shinoda hat den totalen Durchblicksstrudel: Orga versucht, sich selbst zu einem Godzilla-Klon zu, äh, klonen. Orga verändert daher weiterhin sein Aussehen, Godzilla stört das insofern nicht weiter, er röstet das Alien-Monster lieber mit seinem Todesatem. Das UFO ist nicht mehr zu sehen und darf, soweit es unseren Film angeht, als aus dem Spiel genommen betrachtet werden.

Eeek!

Orga schreitet zum letzten Gefecht – das außerirdische Monstrum reißt die Klappe auf und offenbart darunter eine Art Sarlacc-Maul, das sich wie ein Regenschirm aufspannt und insgesamt sehr einladend wirkt. Zumindest auf Godzilla, der kopf voran in seinen Gegenspieler hineinkrabbelt (!). Worte können diese Szene nur unangemessen wiedergeben, daher verweise ich auf hoffentlich anliegendes Bildmaterial. Ugh. Agh. Arf (Ich finde diese Worte recht passend… - der Lektor).

Während Orga tatsächlich ein Godzilla-Kamm zu wachsen beginnt, lädt das Original seinen Kamm schon auf, lässt IN Orga seinen radioaktiven Todesstrahl los und zerfetzt damit den lästigen Kontrahenten in Billionen kleinster Fleischfetzen (da geht jetzt wieder die Gore-Fantasie mit mir durch), auf jeden Fall geht Orga hops, während Godzilla selbst unverletzt bleibt. Kleinere Verluste wie die Plättung der bis dato noch stehenden Gebäude der Tokioter Innenstadt müssen in Kauf genommen werden.

Godzilla lässt seinen triumphalen Siegesgröhler los, die Kamera fokussiert auf die dämlich grinsende und glücklich-seiende Io (Godzilla ist halt doch der Freund aller Kinder. Gamera ist ein Poser), Orga ist nur noch ein qualmender Aschehaufen und Yuki findet die ganze Angelegenheit hochironisch (als ob Yuki wüsste, was "Ironie" bedeutet, pöööh): "Es wachte nach 60 Mio. Jahren auf und am nächsten Tag hat Godzilla es vernichtet!" Tja, war wohl nicht gerade der beste Tag für die Aliens...