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Frauengefängnis 2 GARDIENNES DU PENITENCIER, LES Deutscher Titel: Frauengefängnis 2 Frauengefängnis 2 alternative Titel: Women behind Bars, Jailhouse Wardress, Un Paradis pour des Brutes un Enfer pour des Femmes Frankreich 1979 - 83 min - FSK: -- Shortcuts: Credits Besetzung: - Maria (Lina Romay)
- Elsa/Warden (Monique Swinn)
- Bertha (Martine Stedil)
- Nestor (Eric Falk)
- N.A. Pamela Stanford
- Gouverneur (Ronald Weiss)
- N.A. Maria Cavour
- N.A. Nadine Pascal
- N.A. Didier Aubriot
- N.A. Michel Charrel
Crew: - Regie "Allan W. Steeve" (Jess Franco, Julio Perez TaberneroN.A.)
- Drehbuch "Allan W. Steeve"
- Kamera Raymond Heil
- Schnitt N.A.
- Musik Daniel White
- Production Design N.A.
- Spezialeffekte N.A.
- Produzent N.A.
- ausführender Produzent N.A.
- Produktion Variety TVC
Vorwort Jess Franco. Was hat der Spanier eigentlich an sich, dass er seit vierzig Jahren Filme dreht, die nur selten wegen ihrer technisch-handwerklichen Kompetenz, ihrer einfallsreichen Geschichten oder der herausragenden darstellerischen Leistungen beklatscht werden? Und nicht nur Filme dreht, sondern Kult ist? Ich mein, bei Joe D’Amato kann ich das ja fast irgendwie schon verstehen, schließlich drehte der Herr m.E. doch eher Anti-Filme... Okay, Jess Franco ist ein x-mal besserer Regisseur als D’Amato, das stelle ich hier schon mal klar, aber ein bißchen ein Rätsel ist mir seine Popularität denn doch - die abgezählt zwei Reviews, die ich Meister Franco bislang hier gewidmet habe, dürften, wenn man alles zusammenzählt, ganz bestimmt unter den drei meistgelesenen überhaupt rangieren und sind dabei nicht mal unbedingt zu Francos bekanntesten und “kultigsten” Werken zu zählen (allerdings sollte man Ilsa - The Wicked Warden bzw. “Greta - Haus ohne Männer” durchaus in die Ruhmeshalle der gelungenen Francos aufnehmen). Gut, ich kann mich auch nicht völlig unschuldig erklären - auch auf mich übt Jess Franco eine gewisse Faszination auf, wenn ich so könnte, wie ich wollte, hätte ich mindestens zwanzig Franco-DVDs im Schrank stehen, da sich ja die Kultveröffentlichungs-Label mit aufwendig restaurierten Franco-Special-Editions richtiggehend überschlagen. Das ist natürlich zu einem gewissen Teil (na ja, zu einem mächtig großen Teil) der Tatsache geschuldet, dass mein ganz spezielles Sammelgebiet innerhalb des weiten Feld des Trashfilms (und jeder sollte ein spezielles Sammelgebiet haben, sach ich ma) der gute alte Frauenknastfilm ist und den hat Jess Franco vielleicht nicht gerade erfunden, mit Sicherheit nicht “hoffähig” gemacht, aber mit absoluter Sicherheit geprägt. Frauengefängnisse stellen für Franco halt den perfekten Backdrop für sein Faible, leicht bis gar nicht bekleidete Mädchen zu foltern (weswegen eben auch Hexen-, Nonnen- und Kannibalenfilme nicht in seiner Vita fehlen dürfen) dar. Ich liebe Regisseure, die Prinzipien haben. Zu den Labels, die sich mit der Wiederentdeckung des Franco’schen Ouevre befassen, gehört auch Andreas Bethmanns X-Rated. Auch dieses Label ist hier mit seinen Veröffentlichungen stark unterrepräsentiert (Memo an Bertucci: ich lasse mich gerne bemustern, aber kaum bestechen...). Wurde also mal mächtig Zeit, sowohl wieder einen Franco als auch ein X-Rated-Release zu besprechen. Womit wir bei Frauengefängnis 2 (so der neue deutsche Titel für den vormals nie im deutschen Sprachraum gelaufenen Streifen) wären. Nun können Puristen aufheulen und sich mokieren, dass Frauengefängnis 2 kein “echter” Franco ist und haben zum Teil damit Recht. Wie, warum und weswegen, erzähle ich Euch, wenn Ihr mögt, ganz unten, denn die Vorrede ist mal wieder lange genug (vier Absätze, fast ‘ne DIN-A4-Seite, bassd, wie wir Franken sagen). Also, ab hinter Gitter. Hoffen wir auf viele schlimme Dinge... Inhalt Gestatten, Ihr fröhlicher vertrauenswürdiger SS-Mann von Nebenan Selbstverständlich kann ein Frauenknastfilm nur mit einer ganz speziellen Szene losgehen - einem SS-Offizier, der in seinem (Eurociné-mäßig spartanisch ausgestatteten) Büro mit einem Wehrmachts-Offizier zusammensitzt und über den ultrasupergeheimen Spezialplan, “Frauen an die Front” zu schicken, debattiert (das erinnert mich nun schon an Train Special pour S.S., aber Eurociné ist ja auch fürs Recycling berüchtigt. Den SS-Typen kenn ich auch irgendwoher. Am Ende aus Train Special?). Damit beabsichtigt das NS-Regime, auf nicht näher definierte Weise (würde mich allerdings sehr interessieren, wie genau das vor sich gehen soll) Umstürzler einzufangen (ist ja logisch, irgendwie, äh). Dem Kommandanten des Zuges (aha, also doch) winkt die Beförderung zum Oberst. Beim Wehrmachtsoffizier geht gleich mal die Gesichtssonne auf, aber Monsieur S.S. hat schlechte Nachrichten - Hitler himself hat sich einen ganz speziellen Kommandanten ausgesucht, Elsa Ackermann (das Mädel gleich Ilsa nennen, das traute sich Eurociné dann doch nicht...). Der Wehrmachtler ist moralisch und menschlich enttäuscht, aber er muss sich nicht grämen. “Wir wollen doch nicht, dass jemand von der Sache Wind bekommt,” sardonisiert der SS-Mann und tritt auf einen ominösen Knopf auf dem Fußboden (Falltür? Elektrischer Besucher-Stuhl? Oder nur Ruf nach der Sekretärin? - We’ll never find out). Zur Titeleinblendung verblüfft uns der Film mit der Einstellung eines startenden Passagierjets. Eh. Was jetzt? Paralleldimension, in der im WK Zwo allerhand Jumbojets durch die Lüfte pfeilten oder haben wir einen Zeitsprung gemacht, von dem man uns nicht wirklich was erzählt hat? Eher letzteres, will ich meinen, denn es würde mich schon stark wundern, wenn wir im ersteren Fall in eine Wohnung schalten würden, in der eine fette israelische Flagge rumhängt. Auf der Couch (und die ist wie die restliche Wohnungseinrichtung modern genug, um uns doch den entscheidenden Hinweis zu geben, dass wir uns in der relativen Gegenwart, also Mitte/Ende 70er, befinden) hockt ein nicht wirklich sympathisch aussehender Kerl im weißen Anzug mit seiner blonden Tittenmaus. Es naht Besuch in Form eines Glatzkopfs. Mr. White Suit beordert Tittenmaus, aus diesem kühnen Grunde die “Heidelberg-Akte” zu holen. For no particular reason, außer dass ein cheap gag am Rande nie verkehrt ist, wird Nadine, so heißt das Mäuschen, ohne dass wir uns das merken müssten, vom Wächter der Akten namens Robert (auch das kann sofort vergessen werden) in den Hintern gekniffen. That’s Entertainment! Und hier, alter Freund, hab ich noch ein Szenenfoto aus "Folterzug der geschändeten Frauen", echt geiler Film, Kumpel! In der Heidelberg-Akte befindet sich ein Szenenfoto aus der oben geschilderten SS-Guy-Szene. White Suit, offensichtlich freiberuflicher Nazi-Jäger der eher handgreiflichen Sorte (also kein eleganter Simon Wiesenthal, der die Nazischergen fangen will, um sie einem ordentlichen Gericht zu überstellen), beauftragt Glatze, diesen Mann umzubringen (einen Namen braucht der übrigens im ganzen Film nicht, macht das sicher sehr einfach für mich im Revier - grrr), weil er verantwortlich für den Tod tausender Juden, ein all-around bad-guy ist und vermutlich auch den Toilettensitz nicht runterklappt (okay, der Joke war vermutlich geschmacklos, aber warum soll ich höhere moralische Werte an mich richten als der Film an sich?). Kojak soll dabei aber “unauffällig” vorgehen. Der SS-Kerl habe sich mit seiner Geliebten (insert Szenenfoto aus Train Special Pour S.S. aus der dortigen Nachtclubszene - das nimmt jetzt fast schon Joseph-Lai-Verhältnisse an) nach Südamerika abgesetzt und beschäftige sich dort als “Gouverneur” eines Frauengefängnisses (putziger Synchro-Fehler: die englische Fassung bezeichnet ihn als “Governor of a prison”, woraus die - neu angefertigte - deutsche Übersetzung frank und frei den “Gouverneur” macht, also eine politische Funktion, während die OF erkennbar einen rein administrativen Posten meint. Na gut, es gibt sicher schlimmeres, aber es verwirrt im Laufe des, hüstel, Plots ein wenig). “Töten sie ihn wie einen Hund,” knurrt White Suit - ich glaub, er mag den Kerl nicht, kann das sein? An dieser Stelle halten wir kurz inne und denken mal wieder kurz über den Zeitablauf nach - unsere Handlung spielt in den 70er Jahren, d.h. SS-Guy und “Elsa” (ich gehe mal zwanglos davon aus, dass Elsa die entsprechende Geliebte ist) sind rein mathematisch 30 Jahre älter als im Zweiten Weltkrieg (soweit gehen wir doch sicher konform?). Also müssten sie in der Folgehandlung mindestens in ihren 60ern, wenn nicht in den 70ern stehen (zumindest er, denn er war schon im Prolog nicht der Allerallerjüngste). Natürlich wird der Film nichts dergleichen bewerkstelligen - die betreffenden Personen sind nicht um einen Tag gealtert (das ist die selbe, cough-cough, interne Logik wie in Eurocinés ähnlich beknacktem Zombie Lake. Bewährte Firmentaktik also.). Also, ab nach Südamerika, auf einen fiktiven Inselstaat namens Buenos Dingens, ist ja auch nicht weiter wichtig. Als “Gefängnis” fungiert die Ruine einer Festung. Wie üblich konzentrieren wir uns auf die Besatzung einer Zelle, die mit den üblichen Verdächtigen belegt ist. Wir hätten Ingrid, die sexbesessene Nymphomanin, die uns gleich in der ersten Einstellung nahe bringt, dass die Mädels in einer schlüpferfreien Zone hausen, Rosario (verdammt, bei dem Namen muss ich immer an die maskuline Haushälterin aus Will & Grace denken), die offiziell Bekloppte, die ständig irgendwelchen sinnfreien Nonsens vor sich hin brabbelt oder singt, Bertha, die so “normal und unauffällig” ist, dass sie mir erst nach halber Laufzeit überhaupt auffiel sowie Theresa und Lola. Die erwähne ich deswegen gesondert, weil der geneigte Zuschauer vielleicht mal darauf achten möchte, ob er Theresa und Lola einerseits sowie die restlichen Girls andererseits mal in der selben Einstellung sieht (Lai-Feeling!). Theresa überrascht uns und Lola mit der vermutlich blödesten Frage der Filmgeschichte: “Gefällt es dir hier?” Klar, wer träumt nicht davon, den Rest seines Lebens in einer Kerkerzelle mit vier durchgeknallten Weibern zu verbringen, ein paar alte Fetzen als Klamotten zu haben und fließend Wasser nur in von den Wänden rinnender Form zu haben (ganz zu schweigen von den sicher hier üblichen Folterungen und Vergewaltigungen) - klingt doch nach einem echt coolen Aufenthaltsort! Lola sieht’s aber in der Tat nicht gar so tragisch: “Es gibt Schlimmeres.” (Äh ja... Die spinnen, die Weiber...). Der einzige Haken an der ganzen Sache ist nach Lolas Ansicht der Wärter Nestor (genauergesagt, der Bodyguard des “Gouverneurs“), der sie zu ficken wünsche (tut mir leid für mitlesende Zartbesaitete, ich passe mich der im Film verwendeten Sprache an). “Wie wär’s mit mir?” bietet Theresa sich als Alternative an und die beiden kichern wie Zwölfjährige auf’m Schulhof, die heimlich Dr. Sommer lesen. Gar lustig ist´s im Frauenknast. Theresa (r.) und Lola amüsieren sich jedenfalls prächtig. Dieweil wird ein new fish angeliefert - der wird irgendwann im weiteren Filmverlauf mal auf den Namen Maria hören und sieht aus wie Lina Romay. Maria erhält die übliche Gardinenbegrüßungspredigt von der Direktorin (Elsa?), die sich ein Monokel vors rechte Auge geklemmt hat (aha, evil) und ständig in ultrakurzen Hot Pants herumrennt (ist das ein Zeichen der Autorität?). Den weisen Worten der Madame entnehmen wir, dass der Knast hier nicht nur eine Verwahranstalt ist, sondern auch die “geistige Haltung” der Insassinnen “wiederhergestellt” werden soll (hm, Plotrecycling aus Greta?). Kann mir schon vorstellen, wie die “Therapie” aussieht. Im Falle eines Verstoßes gegen die Hausordnung kann sich Maria schon mal auf den Besuch in einer der “Strafzellen” (im Unterschied zu den Urlaubszellen oder wie?) einrichten. Schön, dass wir drüber gesprochen haben. Lernen wir also Nestor kennen, den üblen Frauenschänder. Der ist auch grade voll dabei, es einer der Gefangenen (die übrigens, wenn ich mal den guten alten Chauvi in mir sprechen lassen darf , nicht immer die allerhübschesten sind. Aber das ist bei Jess Franco ja auch nichts bahnbrechend neues) von achtern zu besorgen. Ein ominöser älterer Kerl (den ich in meinem jugendlichen Leichtsinn und der Vermutung, der Film würde seinen Zeitsprung doch irgendwie kenntlich machen, zunächst für die Personifikation des SS-Typen gehalten hatte) beobachtet das ganze mit diabolischem Lächeln. Sitten wie im Frauenknast. Nach Vollzug meldet sich Nestor beim Gouverneur (ich bleib mal dabei). Nach einer etwas suspekten Einstellung auf den Schniedelbereich des Bodyguards (inne Hose, also keine Panik, für Leute, die so was nicht vertragen), lässt der Gouverneur sich von Nestor Lola bringen. Die hat ihre einschlägigen WIP-Fetzer gesehen und kombiniert, wenn der Cheffe sie sehen will, will er sich vernaschen: “Sie können meinen Körper haben”, schluchzt Lola (“aber nicht mein Herz,” ist doch eigentlich die gesetzlich vorgeschriebene Fortsetzung, und darauf muss dann der Kerl antworten: “Damit kann ich leben!” Ich bin enttäuscht). Lola macht sich daran, den Gouverneur zu begrabbeln, doch der mag nich angefaßt werden, kreischt wie ein altes Waschweib nach seinem Nestor und lässt Lola zurück in die Zelle bringen. Äh. Und was war das jetzt? Muss ich das verstehen? Hat das irgendeinen Sinn für die, ähempt-ähempt, Handlung? Rosario brabbelt in der Zelle dummes Zeug über Weihnachten, Geschenke und eine Puppe mit langen Haaren, die sie sich wünscht (meine Herren bzw. Damen, wie halten das die Zellengenossinnen eigentlich aus?), Ingrid versucht Bertha zu verführen und Theresa und Lola vertreiben sich die Zeit mit Klönschnack. Bertha verrät, dass sie einsitzt, weil sie ihren Bruder gekillt habe (“Er hat mich wegen ‘ihr’ verlassen”, erläutert sie. Lebten die in inzestuösen Verhältnissen? Man, dieser Film packt heiße Eisen an). Ingrid ist sich sicher, dass Bertha ihren geliebten Bruder im “Paradies” wiedersehen werde (die haben alle einen Dachschaden hier. Sicher, dass das ein Knast ist und keine Klapse?). Wo man gerade am Backstory erzählen ist, lässt sich auch Lola nicht lumpen und verklickert ihrer besten Freundin Theresa, warum sie eingefahren ist. Sie war Prostituierte (das kann ja mal vorkommen) und hatte eines Abends einen Zivilbullen als Freier - der hätt’ schon gern gewollt, aber sie nicht (aha, Ansprüche, das Gör). Und dann, eines verhängnisvollen Tages... Das kann nur bedeuten: Flashback! Dieser grimmige Mann stürmt ins Zimmer, so erzählt es Lola zumindest, "wie ein Todesengel". I´ve seen more impressive entrances, believe me... Und wie es sich für einen ordentlichen Flashback gehört, ist der stumm und farbgefiltert - damit wir aber auch schnallen, was vor sich geht, labert Lola das per voiceover zu. Sie ist mit einem a) geizigen und b) schüchternen Freier zusammen (unglückliche Kombination, da könnte der Abend länger dauern - Fall für Snickers) und hatte den endlich soweit, dass etwas *passieren* könnte, als “die Tür aufflog” (na ja, sie wird äußerst zivilisiert geöffnet. Immer diese Übertreibungen) und der bewußte Zivilbulle, Hundemarke voran, hereinplatzte, “wie ein Todesengel” (Lola kommt sichtlich nicht viel raus... Todesengel, pffz. Ich hab bedrohlichere Schülerlotsen gesehen). Der Freier wird vertrieben und Lola verhaftet. End of Story. Das hat uns jetzt wirklich weitergebracht (und war so ungeheuer kinematisch, kaum zu glauben, aber diese “Geschichte” war bebildert vermutlich langweiliger, als sie es bei bloßer Erzählung in Dialogform gewesen wäre - auch ‘n Kunststück). Lola möchte nach ihrer Lebensbeichte nun auch wissen, warum Theresa einsitzt. “Das ist weder Fisch noch Fleisch”, kryptisiert Theresa und will nicht mehr sagen (äh, ja, klar, erklärt ja auch alles. Theresa ist offensichtlich die Schwester von Jupp Heynckes, aber dann hätte sie ‘weder Fich noch Fleich’ gesagt. Sinnlose Fußball-Referenz aus Anlaß der EM). Maria wird eingeliefert (ich finde das immer so putzig, dass Filmfrauenknäste maximal zwei Zellen haben). Jede Menge Biberpelz sorgt für Unterhaltung, ehe Maria sich umgehend in einen ausführlichen und rotgefilterten Flashback zurückzieht. In selbigem liegt sie nackt im Bette eines recht luxuriös aussehenden Schlafzimmers und räkelt sich im Schlaf, als plötzlich ein älterer Kerl eindringt und sie zu begrabbeln beginnt. Zunächst hält Maria das a) für einen Traum und b) für angenehm, bis die bittere Erkenntnis drohender Vergewaltigung in ihr Hin vordringt - sie versucht sich dem Zugriff des alten Knackers zu entziehen, aber der packt sie an den Haaren usw. Das Göttliche daran ist: diese Szene wird der besseren dramatischen Wirkung wegen in Zeitlupe präsentiert - da Jess Franco aber sein Lebtag kein Equipment, mit dem man in Zeitlupe drehen könnte, in Händen hatte, behilft man sich so, dass die Akteure (im diesem Fall Meister Franco himself und Lina Romay) so tun, als ob sie sich in Zeitlupe bewegen würden - fällt auch fast gar nicht auf (und ist sicheres Indiz dafür, dass diese Szene aus einem anderen Franco-Werk stammt, keine Ahnung, aus welchem, und vom Meister selbst schon gern wiederverwendet wurde, weil sie so toll und realistisch ist). Irgendwie dengelt Maria im Lauf der Handgreiflichkeiten ihren Vergewaltiger (laut Dubbing “Onkel Toni”) schädelwärts gegen einen Schrank, worauf der tot zusammenbricht (das ist so goldig, das muss man gesehen haben - nix gegen Jess Franco, aber das könnte *ICH* überzeugender in “Zeitlupe” spielen). Diese Pseudo-Slow-Mo ist oberputzig und kann mit Worten nur unzureichend wiedergegeben werden. It’s a must see - GROSSES KINO TM. GROSSES KINO! Keiner zoomt so schön aus einer Reispapierlampe wie Jess Franco! Damit wir noch schnell ein Klischee abhaken können, lässt sich die Direktorin Ingrid zuführen - führt nirgendwohin, nicht mal die eigentlich an dieser Stelle gesetzlich vorgeschriebene lesbische Einlage wird uns gezeigt. Betrug! Verrat! La Directrice hat auch erst mal wichtigere Dinge zu tun, der Gouverneur kommt an und hat wenig frohe Botschaft. Ein anonymer Brief hat ihn aus dem Knast erreicht und die Absenderin berichtet von schlimmen Dingen, Folter und Isolationshaft im “Turm”. “Das kann Konsequenzen haben”, warnt Herr Gouverneur, aber selbstverständlich meitn er nicht etwa disziplinarische Maßnahmen gegen die Direktorin, sondern den Ärger, den’s geben könnte, so das dem Gouverneur natürlich wohlbekannte Übeltun die Öffentlichkeit erreichen könne - böses Buh, dass so ein Brief ohne Wissen der Anstaltsleitung nach Draussen dringen konnte, DAS darf nicht passieren! Die Direktorin versammelt demnach ihre Schäfchen (insgesamt mögens vielleicht zwanzig sein und da sind ein paar echt schäbige Besen drunter) und hält die an dieser Stelle zwingend erforderliche Ansprache. Welche undankbare Ratte weiß die vorzügliche Behandlung, die man den Gefangenen hier angedeihen lässt, nicht zu würdigen? Von den Gefangenen schreit begreiflicherweise keine laut “hier” und der Direktorin nächster Ansatz, wonach einer der Wärter mit der schändlichen Verräterin im Bund stehen muss, wird von den gefangenen Schnuckis (und weniger Schnuckis) allgemein mit verständnislosem Gesichtsausdruck quittiert (nach dem Motto “Weißt DU, was die von uns will?”). Da die Drohgebärden nicht die gewünschte Wirkung entfalten, lässt die Direktorin in Tradition aller bösen sadistischen Wärterinnen (und überforderten Lehrkräfte) alle leiden - “halbe Rationen für alle”, belfert sie und wehe dem, der sich ab sofort was zu schulden kommen lässt, dann heißt’s eine Woche Einzelhaft! Shock! Gosh! Brutal! (Ich wäre evtl. beeindruckter, wenn man uns ansatzweise gezeigt hätte, was an der Einzelhaft ganz speziell so schlimm ist). “Ich will die Verräterin”, keift La Warden weiter und deutet subtil an, den Gefangenen das Leben zur Hölle machen zu können: “Ich kann euch das Leben zur Hölle machen!” (Hach, bin ich heute wieder witzig). Theoretisch ist das m.E. kein wesentlicher Unterschied zum Ist-Zustand, aber vielleicht setze ich ja nur überzogene Maßstäbe an. Lola hat andere Sorgen - sie findet sich nämlich mit Theresa (moralischer Beistand?) und Nestor (fickwillig und mit der Wumme im Anschlag) in einer Zelle wieder. Theresa empfiehlt völlige Kooperation (nach der “Vertrau mir, ich bin deine Freundin”-Masche), schließlich “will er doch nur rausfinden, ob du im Bett genauso gut bist wie beim Schreiben anonymer Briefe!” Lola streitet alles ab, aber das nützt ihr recht wenig. Nestor beginnt mit der Fummelei und Theresa kann nicht an sich halten und als wahre Freundin in der Not sich mit ins Getümmel stürzen... “Er weiß, dass du den Brief geschrieben hast”, weiß Klugscheißerin Theresa, aber auch, dass er die Klappe halten wird, sofern Lola sich von ihm besteigen lässt, und dafür empfiehlt Theresa die Augen-zu-und-durch-Methode. Und um Lola ein wenig sexuell aufzulockern, beginnt sie mit ein wenig lesbischem Liebesspiel. Scheint echt anzutörnen, denn Lola macht sich nicht nur nackig, sondern auch locker, jedenfalls locker genug, dass nach einigen Minuten Aufeinanderrumgerutsche der beiden Lola soweit vorbereitet ist, dass Nestor zur Tat schreiten kann (und dabei gesteht ihm Lola auf Theresas Anraten auch die Briefschreiberei. Doof die). Nestor gelobt, dies garstige Geheimnis sei bei ihm sicher und geht wieder zu seiner Lieblingsstellung “von hinten an die Gitterstäbe gelehnt” über (Langweiler, immer dasselbe). Symbolik pur! Wenn ich jetzt nur noch wüßte, wofür... In seinem Büro hockt der Gouverneur, starrt schwärmerisch sein Hitler-Foto (bestimmt mit Autogramm auf der Rückseite an), spielt mit Zinnsoldaten u.ä. Krempel und kuckt nachdenklich auf das gleiche Szenenfoto aus dem Prolog, das schon der Nazijäger in der Akte hatte (viele Abzüge gemacht damals, Respekt). Aus unerfindlichen Gründen taucht Theresa bei ihm auf und bekundet, alles zu wissen, was im Knast vor sich geht, so z.B. auch, dass Lola die bewußte Briefeschreiberin ist (ich sag doch, wer solche Freunde hat, ist nicht mehr zu retten). Theresa erhofft sich von der Petzerei eine gepflegte Runde Ficki-Ficki mit dem Gov, doch der hat, wie wir wissen, damit ein moralisches Problem, lässt sie wegbringen und spielt wieder mit seinen Figuren (“Nein, Sir, ich habe nicht gesehen, dass sie wieder mit ihren Puppen spielen!” - Notwendiger Spaceballs-Gag). Solchermaßen informiert, ist der Gouverneur relativ unbeeindruckt, als drei Sekunden später ein vor Dienstbewußtsein, Wichtigkeit und “Ich-weiß-was”-Mentalität fast platzender Nestor ins Büro bricht und rumgrölt, er wüsste, wer den Brief geschrieben hat. Der Gov ist unfair genug, seinem Bodyguard nicht zu erzählen, dass das für ihn alte Hüte sind, sondern tut so, als würde ihn das überhaupt nicht interessieren, Nestor möge ihm doch bitte lieber Lola bringen. “Aber, aber, aber”,” stammelt Nestor, bevor er mit einem trotzigen Blick den Befehl ausführt und die Gefangene apportiert. Anderswo sitzen die Direktorin und der Gefängnisarzt zusammen und spielen Karten (allerdings nicht etwa Skat, Doppelkopf oder Strip-Poker, sondern “Kartenhausbauen”, so wie’s aussieht). Der Doc (also der Arzt, nicht moi) schuldet der Direktorins schon das elefantöse Sümmchen von stolzen 17 Pesos, was umgerechnet in Euro ungefähr eineinhalb Hosenknöpfe von 1953 wert sein dürfte. Da kann die Direktorin sich bald zur Ruhe setzen! Liegt aber auch daran, dass Dr. Mahr ein wenig nervös ist - er hat nämlich Angst, dass der Gouverneur herausfindet, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt (er ist also nicht wirklich der Doc, das erklärt sich später noch). Abgesehen davon, dass ich persönlich glaube, dass das dem Gov angesichts all der schlimmen Dinger, die im Knast ablaufen, ziemlich wurscht sein dürfte, beruhigt La Directrice, der Gouverneur habe viel zu viel zu tun, als sich um solche Lächerlichkeiten zu kümmern. Nestor hat ein nettes Hobby - Gefangene ärgern... In der Tat liest der gerade in der Zeitung vom “mysteriösen Tod eines SS-Manns” (das ist immerhin für gut eine halbe Sekunde am Bildrand erkennbar, so dass ich mich frage, ob das ernstlich der Versuch eines Plotpunkts sein soll oder die Produktion gerade keine andere Fake-Zeitung am Start hatte), doch da wird ihm Lola vorgeführt. Daraus, dass Nestor ihr ziemlich unsanft den Lauf seines Gewehrs ins Kreuz dengelt, schließt der Gov messerscharf, dass sein Bodyguard auf die Gefangene steht, was dieser auf Anfrage bestätigt (tja, Liebe muss manchmal weh tun, I know...). Irgendwie versteht Nestor das aber falsch und beginnt sich auszuziehen, um Lola an Ort und Stelle zu vernaschen. Wütend schleudert der Gov seine Spielzeugfiguren vom Schreibtisch und befiehlt, Nestor, sie aufzuheben und neue zu holen (I guess that’s symbolic for something or other). Nestor versucht mal wieder stammelnd anzumerken, dass Lola doch die böse Hobbypoetin ist, aber der Gouverneur scheucht seinen frustrierten Leibwächter von hinnen. Gov und Lola sind jetzt also allein und der Fieseling kommt zur Sache: “Du musst bestraft werden”, droht er, und zwar für “deine schlechte Rechtschreibung!” (Aha, Deutschland sucht den Buchstabier-König, oder was?). Die dusselige Lola hat “Turm” nämlich mit “h” geschrieben (okay, des *gehört* bestraft). Die Strafe besteht darin, dass er ihr was diktiert (? Aha, jetzt versteh ich meine früheren Chefs besser - ihre Scheiß-Diktate waren nicht Ausdruck ihrer mangelnden Fähigkeiten auf dem Gebiet, sondern Strafe für meine Aufmüpfigkeit. Macht Sinn). Und zwar diktiert er ihr “ihren” Brief und bittet darum, doch diesmal ohne Rächtschraipveler auszukommen. So richtig mit dem Schreiben hat’s Lola aber auch nicht, denn bei den zwei Sätzen, die der Gov im Tempo “2 Silben pro Minuten” diktiert, kommt sie nicht mit (wohl Schreibmaschine gewohnt, die Tussi). Der Gov schmatzt ihr einen motivierenden Kuss ins Genick (?), lässt’s dann aber auch gut sein und verspricht nur, dass “es morgen viel schwieriger” wird. Wieso, soll sie dann eine befriedigende Zusammenfassung des Plots in drei Sätzen abliefern? Dann allerdings hat sie ein Problem... Nestor ist durch die Abfuhr seines Herrn und Gebieters jedenfalls zutiefst angepisst, findet aber schnell ein Ventil, indem er die bislang nicht weiter aufgefallene Gefangene Sandra schikaniert und sie mit vorgehaltener Waffe zum wiederholten Bettenbau zwingt. Ein Teufel! Als der Gouverneur mit Tanja im Schlepptau akommt und seinem Bodyguard zu verstehen gibt, dass er das nicht gut findet, was er da treibt, zückt Nestor sogar sein Schießgewehr und schickt sich an, seinen Meister zu plätten, was Lola in letzter Sekunde durch beherztes Wegdrücken des Laufs verhindert. Nestors Verhalten wäre eigentlich eine fristlose, eventuell sogar terminale Kündigung wert, aber der Gov, ein Herz für Bekloppte zeigend, belässt es bei einem “tsk-tsk”. Solch nachsichtigen Chefs sieht man selten...
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